Finanzkrise kommt in den Städten an
13.10.2008 | 17:09 Uhr 2008-10-13T17:09:00+0200Kämmerer müssen in diesen Tagen spitz rechnen. Die Banken- und Finanzkrise hat auch die Städte im Vest erreicht.
Die Zinsen für Kassenkredite, das ist das Geld, was sich Städte für ihr Alltagsgeschäft von den Banken ausleihen, haben eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Insgesamt sind sie trotz Senkung der Leitzinsen gestiegen. Im Schnitt um die ein Prozent. Nur, könnte man meinen, doch bei den Summe kommt schon einiges an mehr zusammen. In Waltrop zum Beispiel muss allein in diesem Jahr mit 200 000 Euro Mehrausgaben wegen der Zinssteigerung gerechnet werden. Sollte es so bleiben, wären es aufs Jahr gesehen 700 000 Euro.
50 Millionen Euro sind die Kassenkredite in Oer-Erkenschwick hoch. 0,85 Prozent mehr als noch zuletzt, wie Stadtkämmerer Heinz Schnettger sagt. 1,5 Prozent hatte er bereits mehr im Haushalt eingerechnet: „Die Finanzkrise gibt es ja nicht erst seit drei Wochen.” Deswegen werde dies im Etat noch keine Rolle spielen. Wie es weitergeht? „Ich beteilige mich nicht an Kaffeesatz lesen.
Sorgen bereitet Marls Stadtkämmerer, weniger die Erhöhung der Zinsen, sondern vielmehr, dass die Banken nicht über genügend flüssiges Geld verfügen, um den Kapitalbedarf der Städte zu decken. Die Kassenkredite In Marl belaufen sich auf 140 Millionen Euro pro Jahr. Mit 210 Millionen Euro hat die Stadt Recklinghausen die höchste Summe bei den Kassenkrediten. Hier wird mit 2,4 Millionen Euro Mehrbelastungen durch höhere Zinsen gerechnet. Im nächsten Jahr, so der Kämmerer am Monat am Rande der Ratssitzung. Werden die Kassenkredite auf 240 Millionen Euro steigen. 40 Millionen stehen in Haltern am See zur Verfügung. Bürgermeister Bodo Klimpel: „Bei uns gibt es noch keine Auswirkungen durch die Krise.” In Herten , Kassenkredit 95 Millionen Euro, rechnet Kämmerer Cay Süberkrüb ebenfalls mit einem Prozent mehr: „An der Bonität der Städte werde sich aber nichts ändern.”
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