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Praktikum in Irland

Europa macht junge Leute fit

23.07.2010 | 14:23 Uhr
Europa macht junge Leute fit
Vor der Universität in Limerick: die Praktikanten aus dem Vest mit Betreuer Schimon Grossmann (li.).

Recklinghausen.Das ist mal eine gute Nachricht aus Europa: Es macht richtig fit für den Arbeitsmarkt. Das haben 13 junge Erwachsene aus dem Vest erlebt, die sich auf ein dreimonatiges Praktikum in Irland eingelassen haben.

Der Aufenthalt in Limerick City war kein Austausch der üblichen Art, mit gymnasialem Hintergrund und auf Papas Kosten. Im Gegenteil: „Unsere Teilnehmer kommen von der Vestischen Arbeit. Sie sind 18 bis 25 Jahre alt, haben schon manche Schleife und Enttäuschung in ihrer beruflichen Entwicklung hinter sich und sind Bezieher von Arbeitslosengeld II“, erläutert Marion Zöhrer, die in der Hartz IV-Behörde für den U-25-Bereich zuständig ist.

Irland sollte diesen jungen Leuten zeigen, dass sie es trotzdem schaffen können. „Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit, Mobilität und Flexibilität sind Eigenschaften, um die es bei diesem Austausch in erster Linie geht“, beschreibt Jessica Göthel, Projektleiterin beim Bildungsträger RE/init. Ein Sprachkurs an der Universität in Limerick, Aufenthalt in Gastfamilien, die Arbeit in Unternehmen aus dem kaufmännischen und sozialen Bereich in Stellen mit vielen Kundenkontakten: Das waren die Herausforderungen, auf die sich die Praktikanten einlassen mussten.

Und mit Erfolg eingelassen haben. „Ich habe in Irland gemerkt, dass ich auch außerhalb meiner vertrauten Umgebung zurechtkommen kann. Außerdem ist mir klar geworden, dass eine Ausbildung im Bereich Tourismus und Freizeit genau das Richtige für mich ist“, berichtete Laura Alt jetzt beim Abschlusstreffen der Projektgruppe. Mehr noch: Die junge Frau hat sich erfolgreich um eine Lehrstelle als Tourismus-Kauffrau beworben und wird dazu in Kürze nach Mecklenburg-Vorpommern gehen.

Irland hat den jungen Leuten Erfahrungen ermöglicht, von denen sie lang zehren können: Ein Teilnehmer absolvierte sein Praktikum bei der Arbeitsagentur auf der grünen Insel, ein anderer hatte bei einem Bildungsträger mit schwierigen Jugendlichen zu tun. Alle mussten sich in einer fremdsprachigen Umgebung Tag für Tag bewähren. „In einem Abschluss-Zertifikat wird ihnen das erfolgreiche Praktikum bescheinigt. Das ist ein wichtiger Eintrag in den Lebenslauf und kann manche Lücke oder manches frühere Scheitern prima ausgleichen“, weiß Jessica Göthel. Der Beweis: Ein Irland-Fahrer beginnt in Waltrop eine Lehre als Industrie-Kaufmann, ein anderer wird in Recklinghausen Elektroanlagenmonteur.

Für die Vestische Arbeit, die das Vorhaben ko-finanziert, ist das Projekt ein Baustein in einem ganzen Katalog von Angeboten für junge Arbeitslose: „Es ist wichtig, dass sie möglichst bald den Einstieg in Ausbildung und Beruf schaffen, sonst entwickeln sich regelrechte Hartz IV-Karrieren, aus denen der Ausstieg immer schwerer wird“, erläutert Marion Zöhrer.

Irland ist ein Partner für das transnationale Projekt „EU-fit“, ein anderer ist Polen, neben RE/init sitzt auch das Bildungszentrum des Handels mit im Boot. In Polen erlebt ebenfalls eine Gruppe von jungen Erwachsenen aus dem Vest ein solches Praktikum, acht junge Polen haben ihren Aufenthalt im Ruhrgebiet schon hinter sich.

Dabei soll zugleich ein Netzwerk über Grenzen hinweg aufgebaut werden. Re/init hat gleich im ersten Durchlauf Beziehungen zu acht Partnern in Irland geknüpft.

Ernst zur Nieden

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