Es begann vor 125 Jahren
29.01.2012 | 18:27 Uhr 2012-01-29T18:27:00+0100
Vest/Gelsenkirchen. Aus dem regionalen Versorger Gelsenwasser wurde ein Europa-Unternehmen.
Ein besonderer Geburtstag wurde am Wochenende gefeiert. 125 Jahre besteht das Versorgungsunternehmen Gelsenwasser AG, dessen Kerngeschäft die Wasserversorgung und -entsorgung ist. Schwerpunkte der Wasserwirtschaft liegen im Vest, insbesondere in Haltern am See. Dort betreibt das Unternehmen seit 1908 Wasserwirtschaft. An den beiden Stauseen steht eines der größten Wasserwerke in Europa. Ein ausgesprochener Glücksfall für die Seestadt Haltern. Denn die Stauseen bescherten der Stadt einen hohen Freizeit- und Wohnwert und machten auf dem „Dorf“ eine pulsierende mittlere Kleinstadt mit 38 800 Einwohnern.
Der 125., dies ist ein Grund zum Feiern, ein Anlass, sich auch mal selbst gehörig auf die Schulter zu klopfen. Das geschah am Samstag im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, in einer charmant und kurzweilig arrangierten Veranstaltung für geladene Gäste. Über 600 folgten dem Ruf der Gelsenwasser AG. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) etwa, Umweltminister Johannes Remmel (Grüne), Münsters Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke (CDU), und viele, viele andere. 60 Oberbürgermeister und Bürgermeister kamen.
Geboten wurde den Gästen ein Mix aus angenehmer Unterhaltung und filmisch interessant inszenierter Zeitreise. Serviert wurde das alles häppchenweise und gekonnt moderiert von Fernseh-Journalist Rudi Cerne. Der Wanne-Eickeler war es auch, der in mehreren Kurzinterviews u.a. mit Kraft, Recklinghausens Bürgermeister Wolfgang Pantförder und Henning R. Deters, dem Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, die Entwicklung und Bedeutung des Unternehmens herausarbeitete. Angefangen mit der Gründung der „Aktiengesellschaft Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier“ (28. Januar 1887 in Castrop von Friedrich Grillo und anderen) über seine rasante Entwicklung in Zeiten der Industrialisierung im Ruhrgebiet (Bergbau-, Stahl- und Textilindustrie) bis hin zur hohen Bedeutung der Trinkwasserversorgung für die Menschen in heutigen Tagen, gestützt u.a. auf Einrichtungen wie die Talsperren Haltern und Hullern.
Diese Aufgabe, Trinkwasser zu liefern, ist noch heute Kerngeschäft des Traditionsunternehmens, das sich aber längst auf den Weg gemacht hat, andere Versorgungssparten für sich zu entdecken und zu nutzen. „Strom- und Gasangebote gehören zum Portfolio und sind Bausteine für den Wachstum, der sich auch in den Umsatzerlösen niederschlägt“, so Deters. Für die AG lagen die im Jahr 2008 bei 401,5 Millionen Euro und stiegen über 581,1 Mio Euro in 2009 auf 588,4 Mio Euro in 2010. Für den Konzern wuchsen die Umsatzerlöse von 547,4 Mio Euro (2008) über 673,4 Mio Euro (2009) auf 702,3 Mio Euro (2010). Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeiter. 2010 wurden Aufträge im Wert von 181 Mio Euro vergeben. 82 Millionen Euro wurden für Gehaltszahlungen an Mitarbeiter geleistet.
Tag der offenen Tür
Bürger der Region sind zu den Tagen der offenen Tür eingeladen: Der erste Tag der offenen Tür am 23. Juni im Wasserwerk Haltern gibt einen Einblick in die Arbeit in einem der größten Wasserwerke seiner Art in Europa. Das Wasserwerk beliefert direkt alle Bürger von Altenberge, Haltern, Havixbeck, Herten, Lüdinghausen, Marl, Oer-Erkenschwick und Olfen und teilweise Billerbeck, Castrop-Rauxel, Datteln, Gelsenkirchen, Nordkirchen, Recklinghausen, Selm, Senden und Waltrop. Wasser fließt auch u.a nach Duisburg, Herne und Münster.
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