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Alkoholverbot in der...

Ermahnungen und 90 Platzverweise

15.09.2011 | 18:58 Uhr
Ermahnungen und 90 Platzverweise
Kaputte Bierflaschen und andere Hinterlassenschaften sind immer wieder in der Stadt zu sehen.

Herten.Verbote sind eine Sache, Lösungen eine andere. Vor mehr als einem Jahr hat der Rat in einigen Bereichen der Innenstadt ein Alkoholverbot beschlossen. Seitdem wurde viel kontrolliert. „Das Konzept hat sich bislang bewährt, trägt aber nicht zur vollständigen Lösung der Problematik durch soziale Randgruppen bei“, heißt das Fazit der Verwaltung.

231 Alkoholkontrollen hat der Kommunale Ordnungsdienst im Laufe der letzten Monate im Innenstadtbereich durchgeführt. In der Regel kamen die Ordnungsdienstmitarbeiter mit Belehrungen und Ermahnungen aus. Spätestens bei der Androhung einer Verwarnung war der Konflikt beigelegt. Allerdings in 18 Fällen nicht. Da musste zu härteren Mitteln gegriffen werden. 90 Platzverweise wurden ausgesprochen und durchgesetzt.

Dabei hat sich ein Schwerpunkt herauskristallisiert: der Bereich am Bramhügel, wo der Ordnungsdienst mit Ermahnungen nicht weiter kam. Die Platzverweise erstreckten sich, so heißt es in dem Bericht, der am Mittwoch, 21. September, im Ausschuss für Ordnungswesen vorgelegt wird, fast ausnahmslos auf diesen Bereich.

Eine differenzierte Sichtweise gibt es aber nach Ansicht der Verwaltung für den Treffpunkt am Bramhügel. In direkter Nähe befinde sich eine Methadon-Ausgabestelle – eine Therapieform zum Drogenentzug und unter anderem auch, um die Beschaffungskriminalität zu senken. Die Patienten halten sich tagsüber häufig am Bramhügel auf. Alkoholkonsum spiele aber dabei eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch unterliege dieser Treffpunkt ebenfalls den Kontrollen.

Bürgermeister Dr. Ulrich Paetzel warnte jedoch davor zu glauben, dass mit den Kontrollen, das Problem gelöst sei. An machen Stellen werde es lediglich in andere Bereiche verlagert, so Paetzel.

Außerdem sei die Stadt nicht in der Lage, das Verbot rund um die Uhr lückenlos zu überwachen. Dazu bedürfe es Personals, das der Stadt nicht zur Verfügung stehe. Im Gegenteil: Der Kommunale Ordnungsdienst wird weiter schrumpfen. Drehten bis zum Sommer noch zwölf Kräfte die Runde, sind es demnächst nur noch sechs. Die Maßnahmen, die vom Bildungszentrum des Handels gefördert wurden, laufen aus. Sie wurden nicht mehr verlängert.

DerWesten

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