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Er „komponierte, um zu erfreuen“

09.02.2012 | 16:00 Uhr
Er „komponierte, um zu erfreuen“
. Foto: Reiner Kruse WAZ FotoPool

Recklinghausen.   Jean Francaix gastierte 1978 einst selbst in Recklinghausen: Ihm und Debussy ist das aktuelle „Integral-Festival“ gewidmet.

Mit dem verführerischen Flöten-Solo „Syrinx“ – und mit dem Bläser-Programm drumherum – erlebte das aktuelle Integral-Festival am Sonntag einen Auftakt, wie ihn sich Rainer Maria Klaas nur wünschen konnte: Voll war’s im Ratssaal.

„Die ganze Welt feiert Claude Debussy“, meint der Pianist und Impresario hochgestimmt. Ein Profil-Porträt des ersten Impressionisten ziert denn auch das Programmblatt „Pour le Piano: Claude Debussy und Jean Francaix“. Schließlich gilt es, den 150. und 100. Geburtstag zweier Komponisten für den Konzertflügel zu würdigen. Und der Jüngere der beiden schuf sogar eine Auftragskomposition für Recklinghausen. „1978 komponierte Francaix für das damalige Westfälische Sinfonieorchester“, weiß R. M. Klaas. „Er ist auch selbst als Pianist in Recklinghausen aufgetreten.“

Das nächste Konzert des Integral-Festivals am Sonntag, 12. Februar, um 16.30 Uhr im Kassiopeia-Saal des Festspielhauses stellt allerdings einen heute Vergessenen in den Mittelpunkt: Ricardo Viñes (1875 bis 1943) bezeichnet R. M. Klaas als „den Mann hinter den Kulissen: Er war der Widmungsträger und Uraufführungs-Pianist für zahlreiche Werke von Debussy und Ravel.“ Vom einst gefeierten Pianisten sind nur vier kleine Werke als eigene Kompositionen erhalten – sämtliche sind Teil des Konzert-Programms.

Außerdem spielt das Ehepaar Jung-Hoon Wang und Rainer Maria Klaas für zwei Klaviere Manuel de Fallas „Nächte in spanischen Gärten“. Die Flügel-Fassung dieses Orchesterwerkes hatte de Falla seinem spanischen Landsmann Viñes gewidmet.

Mit den beiden „Tagen der Klaviermusik“ unternimmt das Integral-Festival am 18. und 19. Februar auch einen Abstecher nach Dortmund zum Pianohaus van Bremen, Hansastraße 7 bis 11.

Im vertrauten Bürgerhaus Süd am Körnerplatz präsentiert sich am Samstag, 25. Februar, um 16.30 Uhr zum 7. Mal „Kinder malen Musik“. R. M. Klaas bedauert, dass die Menuhin-Stiftung als Partner nicht mehr zur Verfügung steht. Die Grundschüler an der Bochumer Straße aber malen weiter begeistert nach Noten. Und welches Werk könnte sich dafür besser eignen als Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“? Die 22 Jahre junge Pianistin Schaghajegh Nosrati, Studentin in Hannover, musiziert zu den Bild-Projektionen.

Tags drauf, am Sonntag, 26. Februar, um 16.30 Uhr, heißt es „Zum ersten Mal“: R. M. Klaas überlässt dann den Platz am Flügel auch Akar Kadir und Wagner Prado: zwei der sechs jungen Komponisten aus NRW, deren Werke für Klavier an diesem Nachmittag zur Uraufführung kommen. Das Publikum erlebe dann, versichert der erfahren „Integral“-Macher, „die neuere Tonsprache“. R. M. Klaas selbst ist aber auch nicht „hartgesottener“ Atonalität verschworen. Da trifft er sich mit Jean Francaix, der nach eigenem Bekunden zeitlebens „komponierte, um zu erfreuen“.

Den Abschluss des Festivals am Sonntag, 4. März, um 16.30 Uhr, ebenfalls im Bürgerhaus Süd, widmet der Festival-Macher dann den Klaviertrios der drei Jubiläums-Komponisten Debussy, Francaix und Maurice Ravel (zu dessen 75. Todestag).

Ralph Wilms

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