Eon-Betriebsrat kündigt Gegendemo an
01.09.2010 | 10:57 Uhr 2010-09-01T10:57:00+0200
Datteln.Wenn die erwarteten 100 bis 200 Demonstranten am Freitag, 3. September, zum Werkstor an der Kraftwerkbaustelle kommen, sind sie nicht allein. Denn der Eon-Betriebsrat hat eine Gegendemo angemeldet.
„Recht muss Recht bleiben“. Das fordern die Gegner des Kraftwerkstandortes aus der Meistersiedlung und ihre unter anderem aus Waltrop kommenden Unterstützer schon lange. Sie wollen den totalen Baustopp am Koloss kurz hinter ihren Gärten. Am Jahrestag des legendären Oberverwaltungsgerichts-Urteils, mit dem der Bebauungsplan für das Eon-Kraftwerk gekippt wurde, wollen die Meistersiedler nun öffentlich demonstrieren, zum Tor der Baustelle ziehen und dort symbolisch die 100 Seiten starke Urteilsbegründung überreichen.
Das ganze - natürlich - am 3. September. Um 17.30 Uhr – etwa um die Zeit knallten vor einem Jahr im Wohnzimmer des Kläger-Ehepaares Greiwing in Oberwiese die Sektkorken – setzt sich Freitag der Zug der Demonstranten am Meisterweg in Bewegung. Eon-Projektleiter Andreas Willecke sei zwar nicht begeistert, so Rainer Köster, der Sprecher der IG Meistersiedlung, „aber er will am Tor auf uns warten. Er versteckt sich nicht“. Lieber hätte der Eon-Mann dem Vernehmen nach allerdings am Treffpunkt „Infowürfel“ auf die „Besucher“ gewartet . . .
Montagabend stellte Köster seinen Mitstreitern die aktuelle Situation vor. Denn der Eon-Betriebsrat hat nach Bekanntwerden der geplanten Meistersiedler-Aktion eine Gegendemo angemeldet.
Darüber sei er, sagte Köster, von der Polizei informiert worden. „Wir wollen nicht provozieren und auch keine Konfrontation heraufbeschwören“, gab er die Taktik vor. Und weiter: „Wir haben nichts gegen die Leute, die bei Eon arbeiten, sondern wir sind gegen den Standort!“
Diskussion: Braucht Datteln das Kraftwerk?
01:17
@italwarrior#32
auch Ihnen sei das 100 Seiten Werk des OVG ans Herz gelegt, dann wären Sie so belesen, dass Sie dann wüssten, dass mit dem Neubau erst recht die Umgebung versaut wird. Wir reden ja bei Neubau nicht mehr von so einem Mickerwerk, wie das Alte, sondern von einem Riesenkraftwerk, wo der Schiss dazu noch über den Kühlturm in die Umgebung schön flächig verteilt wird. Sie wollen mir jetzt bitte nicht erzählen, dass da oben nur heisse Luft heraus kommen soll, oder? Das OVG Urteil belegt wunderbar und sehr leicht verständlich, dass dem nicht so ist und was sagst Du jetzt @italwarrior?
#18 ich will Strom
so jetzt zu Dir, der nicht damit fertig wird, dass es VERIVOX gibt ;-)
Natürlich bin ich nicht so dämlich und glaube, das mein Strom direkt von Österreich ab Staumauer bis zu mir fließt, aber ich finanziere lieber die Jungs an der Staumauer, die sauberen wirklich nachhaltigen Strom produzieren, als die Jungs, die nur Ihren Arbeitsplatz und ihr eigenes Leben im Kopf haben, dafür aber auf die Zukunft von nachwachsenden Jungs einen dicken Haufen setzen. Was haben die Kinder von Deinem Arbeitsplatz, wenn sie dafür später die Umweltfolgen für die Du mit verantwortlich warst, für den Rest ihre Lebens blechen dürfen ? Ich erwarte nicht, dass Du eine Zeit, die hinter Deinem nächsten Sommerurlaub, oder der Anschaffung Deines nächsten Autos liegt, berücksichtigst. Geh Du mal schön weiter, jeden Morgen zu Deiner Arbeit und leben in Deinem Arbeitstrott. Was brauchst Du die Welt da draußen?, Du brauchst doch scheinbar nur einen Arbeitsplatz um glücklich zu sein.
Manche Menschen, die einen so kurzen Zeithorizont haben, können einen wirklich Lied tun.
Wie weit ein Sicht reichen kann, zeigte uns der chinesische Philosoph Konfuzius vor 1.500 Jahren mit dem Satz:
Wenn der Mensch nicht über das nachdenkt, was in ferner Zukunft liegt, wird er das schon in naher Zukunft bereuen
#18 ich will Strom, wie stehen Sie jetzt da mit einem Berufsleben von, sagen wir mal 30 Jahren. Für 30 oder 40 Jahre Berufsleben von wenigen, sollen ganze nachfolgende Generationen zu Tausenden das Nachsehen haben. Ich glaube, da können wir besser wieder alle in den Wald gehen und Holz sammeln, welches Kohlenstoff aus der heutigen Atmosphäre enthält und nicht aus der Zeit der Dinosaurier. Sie haben scheinbar kein Problem damit das sensible Gleichgewicht unserer heutigen Atmosphäre mit den gebundenen Stoffen der Urzeitatmosphäre zu überfrachten. Ich frage mich, wie naiv man dafür denken muss. Scheinbar reicht das ja für die Arbeit in einem Kohlekraftwerk aus. Für das Verständnis für das umfassende Feld der Naturwissenschaft reicht das bei weitem nicht, dass ist ganz klar und wird ja auch anhand der Kommentare der Kraftwerksbefürworter eindrucksvoll belegt, dass hier ein intellektuelles Ungleichgewicht vorhanden ist. Auch die Schilder der angekarrten EON Demonstranten, sollte sich jeder mal auf der Zunge zergehen lassen. Die EON Fraktion steht ausschließlich für sich und Arbeitsplätze am Kraftwerk (obwohl bei einem Abriss des alten Kraftwerks, deutlich weniger Arbeitsplätze beim neuen Kraftwerk benötigt würden). Ich habe kein Schild gesehen, wir tun etwas für alle Bürger. Diese Schilder sind aber in Massen bei den Kraftwerksgegnern zu sehen, sie stehen für das Wohl der Allgemeinheit und es sind nicht nur betroffene Anwohner die protestieren, sondern mündige und absolut intelligente Bürger aller Schichten.
Ich bin da übrigens ziemlich entspannt, weil ich das Urteil, im Gegensatz zu manch anderen Kommentatoren auch richtig durchgelesen habe. Das Ding wird abgerissen werden müssen, ansonsten würde hier auf breiter Linie Rechtsbruch auf hohem Niveau (Grundgesetz) begangen werden. Außerdem spricht da letztendlich der europäische Gerichtshof (wenn überhaupt nötig), das letzte vernichtende Wort, da bin ich ganz, ganz sicher.
Mal `ne Frage, warum soll ein EON Kraftwerksmitarbeiter andere Rechte auf einen Arbeitsplatz haben, als der überwiegende Anteil der Arbeitskräfte des Mittelstandes, wo jeden Tage reihenweise Jobs verloren gehen oder abgebaut werden??? Auf welch hohem Ross sitzen denn da gewisse Leute??? Die Zukunft kann nicht bedeuten weiter so, wie bisher. Wer das nicht erkennt, hat wirklich nur sein eigenes kleines Leben im Sinn und garantiert nicht den Gedanken was wir morgen schon aus uns?
09:30
Lieber italwarrior die Vorteile überwiegen überhaupt nicht. EON ist einer der größten Stromexporteure. Sie wollen sogar den französischen Markt beliefern. Deshalb bearbeitet EON die europäische Kommision. In Frankreich hat EON keine Kraftwerke, aber wenn sie liefern dürfen haben sie dann genügend Über-Kapazitäten zur Verfügung. Darum geht es. Als in Deutschland zeitweise 7 AKWs abgeschaltet waren wurde trotzdem noch Strom aus Deutschland exportiert. Es geht hier ausschliesslich um Marktmacht und Expansion. Die Gefahr ist sehr groß das z.B. die kolumbianische Kohle unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Datteln verbrannt wird. Die deutschen Bergleute haben davon rein garnichts. Hier macht die Gewerkschaft zum Büttel der Lobby.
09:18
Die EON-Mitarbeiter wurden mit Bussen rangekarrt. Die Busse hatten Weseler Kennzeichen.
12:02
Genau, reißt das moderne umweltfreundlichere Kraftwerk ab, und laßt uns mit dem alten stinkenden Kraftwerk weiter machen! :-)
Echt lächerlich wie die Leute drauf sind, deswegen geht das Land zu grunde! Wegen euch Störenfrieden!
Die Vorteile überwiegen, das sollte keiner Acht lassen!
09:38
Motto von E.ON:
Wir können alles, ausser Vorschriften einhalten
????????
Ist das wirklich so?
Warum konnte denn das Münstersche Urteil überhaupt zu Stande kommen, wenn denn alles i. O. wäre?
13:30
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12:01
@ #25 -Furz
Die dort anzutreffenden kraftwerksbefürwortenden (!) E.ON-Mitarbeiter werden weder zur Gegen-Aktion hinbeordert, noch bekommt irgend einer der Arbeiter Freizeitausgleich oder Geld für sein Erscheinen.
Weniger spekulieren und anmaßen, mehr locker bleiben. Wie Sie schon sagten...
12:59
Zitat aus #11:
Unternehmen sucht sich so mir nichts dir nichts ne´ freie Stelle auf der Landkarte und fängt unerlaubt an zu bauen!..
Man sollte sich mal den Stadtplan von Datteln ansehen.
Da baut doch E.on seine neues Kraftwerk an eine Binnenschifffahrtstrasse, die ca. 1908 also für die Wirtschaftsentwicklung im Ruhrgebiet gebaut wurde.
Deshalb liegen dort in direkter Nachbarschaft eine ca. 50 Jahre altes Kraftwerksanlage von E.on, das durch ein moderneres, eben Datteln 4 ,ersetzt werden soll.
Dort befinden auch neben der vorgenannten Wasserstraße auch Eisenbahngleisverbindungen mit Brückenbauten und dies Stromnetzversorgung Leitungen und Trafoanlagen des alten Kraftwerkes, die vom neuen mitbenutzt werden soll.
Also : Planung auf der GRÜNEN WIESE? durch unfähige Fachleute, die sogar eine Baugenehmigung bekommen haben?
12:39
Zitat #9 ...Sie reden am Thema vorbei. Es geht nicht um Kraftwerke im Allgemeinen, sondern um speziell dieses Kraftwerk....
Es geht doch um Kraftwerke im Allgemeinen!
In Deutschland werden ACHT von ZEHN im Bau befindlichen Kraftwerke von ROT-GRÜN bzw. von diesen Parteien beherrschten Umweltorganisationen beklagt, was zu erheblichen Mehrkosten führt!
12:17
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