Einsatz mit Waffe oder helfender Hand
18.08.2011 | 17:08 Uhr 2011-08-18T17:08:23+0200
Recklinghausen.„Eigentlich wollen nur Eltern und Wirtschaft, dass es schnell geht. Ich dagegen erlebe viele unsichere junge Menschen.“ Ute Gerdom, Koordinatorin des Freiwilligen Sozialen Jahres beim Diakonischen Werk, meint jene jungen Menschen auf dem Weg in den Beruf. Sie wirbt wie Anke Rohmann, Leiterin des Kreiswehrersatzamtes Recklinghausen, für den freiwilligen Einsatz.
Freiwillige vor! Entweder bei der Diakonie als Betreuer, oder bei der Bundeswehr als Soldat an der Waffe. Aber interessiert das junge Menschen, wenn es doch in der Bildungslandschaft immer schneller gehen soll? „Ja!“ ist die Antwort der beiden Frauen. Ja, denn oft fehle die Orientierung oder der Ausbildungsplatz. „Sie kommen motiviert zu uns, aber fänden es auch toll, etwas anderes zu finden,“ so Rohmann. Über Engagement habe man nicht zu klagen, trotzdem durchblickten junge Menschen Bundesfreiwilligendienst und Freiwillige Wehrpflicht oft noch nicht.
Die Bundesagentur für Arbeit in Recklinghausen ist deshalb um Aufklärung bemüht. In Beratungsgesprächen und bei Veranstaltungen, um Arbeitslosigkeit zu verhindern. Denn: „Wie letztes Jahr erwarten wir etwa 70 unversorgte Bewerber.“ schätzt Astrid Neese von der Agentur für Arbeit Recklinghausen, den Arbeitsmarkt für Jugendliche ein. Es kämen etwa zwei Bewerber auf eine Stelle.
Nach Ausbildungsbeginn am 1. August sei für junge Menschen der Zug noch längst nicht abgefahren. „Man sollte mit uns in Kontakt bleiben,“ so Neese. Wenn in der mit den Freiwilligendiensten konkurrierenden freien Wirtschaft nichts zu finden sei, lohne sich der Blick auf Kreiswehrersatzamt und Diakonie. Diese locken mit wertvoller Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung. Die Bundeswehr verspricht gar ein recht gutes Einkommen ab 770 Euro. „Nur töten oder getötet werden kann im Ausnahmefall dazu gehören“, so Rohmann. Das sollte man bei der Orientierungssuche bedenken.
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