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Kürbisfest

Einfach dufte

26.10.2008 | 14:11 Uhr
Einfach dufte

Datteln. Mit Tieren konnte er schon immer. „Meine Mutter hat mich stets auf den Kopf gestellt, wenn ich nach Hause gekommen bin“, erzählt Wolfgang Schäfer (65) während des Kürbisfestes an der NaBeBa-Naturwerkstatt in Waltrop.

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NaBeBa

Der Natur- und Begegnungs-Bauernhof „NaBeBa“ ist ein gemeinnütziger Verein, der vor drei Jahren gegründet wurde.

Seit dem Frühjahr 2007 hat er das ungefähr 8000 qm große, ehemals verwilderte Grundstück Am Rapensweg in Waltrop bezogen und es in eine Naturwerkstatt verwandelt. Hier wird die integrative Arbeit mit Kindern gefördert, wobei der Schwerpunkt auf der Arbeit mit behinderten Kindern liegt. Der Verein finanziert sich sowohl über die Ausrichtung von Kindergeburtstagen oder Ferienfreizeiten als auch über Spenden.

„Da fielen dann Molche, Fische und anderes aus meinen Taschen.“ Mittlerweile ist nicht nur Schäfer größer geworden, sondern auch die Tiere in seinem Gefolge. Als Falkner hat sich der Dattelner den Greifvögeln verschrieben.

Sein Vater war nicht ganz unschuldig an diesem Werdegang: Zusammen mit dem Sohn züchtete er Tauben und Wellensittiche. Der Junior dehnte daraufhin seine Fürsorge auf Eichelhäher, Elstern und Dohlen aus, zog sie auf und zähmte sie. Dennoch folgte auf den Wehrdienst zunächst eine andere Laufbahn: Nach dem dreijährigen Lehrerstudium – als letzter Jahrgang, in dem noch zum Volksschullehrer ausgebildet wurde – verschlug es Schäfer wieder nach Datteln: „Gelehrt hab ich Biologie, aber auch alles andere.“

Der erste Kontakt mit Wald und Flur kam einige Jahre später aus den Kreisen der Familie. „Mein Schwager hatte seinen Jagdschein gemacht und mich gefragt, ob ich ihn begleiten wollte“ sagt Schäfer. Rehe und Wildschweine lockten, man ließ sich nicht lange bitten…und langweilte sich. „Zehn bis fünfzehn Mal bin ich vergeblich mitgegangen bis ich gemerkt habe, dass diese Art von Jagd nichts für mich ist.“

Beim Kürbisfest im NaBeBa, Natur- und Erlebnis Bauernhof in Waltrop war auch Falkner Wolfgang Schaefer vor Ort. Foto: Dirk Bauer

Anders sah es dagegen bei der Beizjagd, der Jagd mit Greifvögeln aus, die er kurze Zeit später durch einen befreundeten Falkner kennen lernte. Hier faszinierte ihn die Bewegung, die Abwechslung, der Vogel auf der Faust. „Zudem hat das Beizwild eine reelle Chance, dem Vogel zu entkommen.“

Schäfers Entschluss stand rasch fest: Der Falknerschein musste her. Nach der Vorbereitungszeit, in der alles über bis zu 30 verschiedene Greifvogelarten gelernt werden musste, ging es zur Prüfung zur Oberen Jagdbehörde nach Düsseldorf. Im Anschluss nahm der Dattelner sich – auf Antrag - das Anrecht eines jeden Jungfalkners und horstete sich einen Habicht aus. So hielt Bella als erster Vogel Einzug in den heimischen Garten. Kurz darauf folgte ein Wüstenbussard – eine Vogelart, mit der Schäfer am liebsten jagt. „Es ist ein Allroundvogel, einfacher zu handhaben und leichter auszubilden.“

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Mittlerweile hat der Hobbyfalkner nicht nur seine Lehrerlaufbahn beendet, sondern auch die Jagd als Teil der Falknerei in den Hintergrund gestellt. „Das liegt auch daran, dass die Bestände an Beizwild stark zurückgegangen sind“, so Schäfer.

Meist ist er unterwegs, um seine Tiere zu präsentieren und sein Wissen weiterzugeben: Auf Stadtfesten, in Grundschulen oder Altenheimen; zudem reist er als Fachmann für Umweltpädagogik mit seiner „Rollenden Waldschule“ im Rahmen der Initiative „Lernort Natur“ durch das Vest.

So hat er auch in der NaBeBa-Naturwerkstatt nicht nur die Uhu Buba und Bussard Maria dabei, sondern einen seiner drei Hunde sowie das Frettchenpärchen Hugo und Fretti. Sie alle stoßen hier auf mehr Begeisterung als beim eigenen Enkel: „Der hat mit seinen 18 Jahren derzeit eher Autos im Kopf."

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Stefanie Lasthaus

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