Eine echte Herzensangelegenheit
14.02.2010 | 17:53 Uhr 2010-02-14T17:53:00+0100
Herten. Die Zuschauerränge in der Ludgerus-Sporthalle sind bis auf den letzen Platz belegt. Hip Hopper, Bauchtänzerinnen wirbeln über den Boden und zeigen einen kleinen Ausschnitt ihres Könnens. Das Publikum ist begeistert.
Der Verein, der sich hier vorstellt, lässt allerdings eher vermuten, dass Kranke und Gebrechliche ihre Talente zeigen. „Ich hatte auch schon einmal überlegt, unseren Namen zu änderen", gibt Ute Orlowski (61), Vorsitzende des Hertener Koronarsportvereins, unumwunden zu. „Aber wir sind inzwischen bekannt und haben großen Zulauf, da würde eine Umbenennung irritieren."
Angefangen hat alles 1985 als Gruppe im TuS. „Krankenkassen haben damals noch nicht solche Gesundheitsangebote gemacht wie heute", erinnert sich Orlowski, die als Übungsleiterin mit drei Aktiven angefangen hat. 1983 waren schon viel mehr dabei. Daraus wurde ein selbständiger Verein. Mittlerweile sind es 580 Mitglieder, die in Sporthalle und angemieteten Räumen aktiv sind. Wie erklärt sich Orlowski den Erfolg ihres Vereins? „Wir haben viel früher als andere Trends erkannt und darauf reagiert", so die 61-Jährige. „Wir hatten Stepper lange vor anderen und haben Nordic Walking-Kurse im Programm, wo viele noch abgewartet haben, ob sich dieser Trend überhaupt durchsetzt."
Das neueste Angebot ist auch schon gut angekommen: Obwohl sich die Line Dancer erst zum dritten Mal getroffen haben, sind bereist 15 Leute dabei. Und auch um Nachwuchs brauchen sich die Koronarsportler nicht zu sorgen. Denn in der neuen Kinderkrabbelgruppe wächst nicht nur der Nachwuchs heran, sondern kommen immer mehr Teilnehmer zu den Treffen. Aber es gibt natürlich auch die inzwischen acht Herzsportgruppen. Dass sich auch zwölf Krebsnachsorgepatienten regelmäßig zum Sport treffen, freut Orlowski besonders. Da sei viel Mund-zu-Mund-Propaganda nötig gewesen.
Auch die Ferienfreizeiten haben immer etwas Besonderes im Angebot. So ist bei einer Tour der Bus auf dem Sachsenring durch die Steilkurve gefahren. Kein Wunder, stammt Ute Orlowski doch aus dem nahen Senftenberg und hatte so genug Ortskenntnisse.
25 Jahre gibt's den Verein – und so lange ist Ute Orlowski auch dessen Vorsitzende. 2011 will die 61-Jährige ihr Amt abgeben und weiß in Liane Küpper auch schon eine gute Nachfolgerin. Ein Ziel hat die Vereinsgründerin allerdings noch: Sie will in diesem Jahr noch die Zahl 600 bei den Mitgliedern erreichen. Bei den 50 angebotenen Kursen und ihrem Engagement dürfte das keine Schwierigkeit sein!
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