Ein richtiger Weg
20.11.2007 | 21:25 Uhr 2007-11-20T21:25:09+0100Nicht erst seit dem angedrohten Amoklauf von Köln wünschen sich Schulen im Vest mehr Sozialarbeiter.Es besteht mehr Bedarf an Prävention. Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendämtern ist gang und gäbe
Vest. Übersichtliche Schuleinheiten und einen Sozialarbeiter oder Schulpsychologen, das wünschen sich nahezu alle Schulen im Vest. Bedingungen, die es bezeichnenderweise nur an den meisten Hauptschulen im Vest gibt.
Die Theodor-Heuss- Hauptschule in Herten hat seit Jahren eine Sozialarbeiterin, die als Lehrerstelle angerechnet wird. Dennoch: "Wir sind froh darüber, denn der Anteil von Schulsozialarbeit ist im Laufe der Jahre gewachsen", sagt Schulleiter Friedhelm Simon. Mit unter 300 Schülern sei die Schule überschaubar. "Wenn Schüler auffällig werden, kriegen wir das über den Klassenlehrer mit." Konflikte unter Schülern würden sichtbar ausgetragen. "Das läuft nicht subtil über das Internet ab."
Die Realität ist, dass in Deutschland ein Schulpsychologe auf 10 000 Schüler kommt. Mit 1050 Schülern würde sich Schulleiter Michael Weiand für die Städtische Realschule Haltern einen Sozialarbeiter wünschen. "In manchen Konferenzen nehmen wir uns speziell unserer Schüler an, so verlieren wir sie nicht aus dem Blickfeld." In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt müsse stärker an der Prophylaxe gearbeitet werden.
"In allen Schulformen gibt es Bedarf an einem Sozialarbeiter", sagt Klaus Jürgen Koch, Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Marl. "Wir kümmern uns immer um die Schüler, nicht erst aus der aktuellen Situation heraus." Die Forderung des NRW-Schulministeriums, wonach Schulen verpflichtet sind, intensiv mit Polizei und Jugendamt zusammenzuarbeiten, werde am ASG sei Jahren praktiziert. Koch: "Wir haben schon immer mit dem Jugendamt kooperiert, seit dem Erlass müssen wir uns jedes halbe Jahr treffen."
Gewaltpräventionsmaßnahmen, Streitschlichtung, ein Notfallplan und ein Anti-Gewalt-Training für die 8-er Klassen bedeuteten zwar für das Kollegium der Bonhoeffer-Realschule in Recklinghausen ein Mehr an Arbeit, "aber dafür brauchen wir auch nicht unbedingt einen Sozialarbeiter", sagt Schulleiterin Angelika Wiek. Außerdem pflege die Schule guten Kontakt zum Ortspolizisten. "Da kann manches geregelt werden, ohne dass es gleich Konsequenzen für die Schüler bedeutet."
"Ein offener Umgang zwischen Schülern und Lehrern ist der beste Schutz", sagt Oberstudiendirektor Johannes Hermsen vom Joseph-König-Gymnasium in Haltern, der sich eher einen Schulpsychologen denn Sozialarbeiter an der Schule vorstellen kann.
Um das Gewaltpotenzial in den Griff zu bekommen, ahndet die Hauptschule Paulus-Canisius in Recklinghausen kleinere Delikte seit 2006 im "Teen Court". Mit Erfolg, sagt Sozialalpädagogin Marion Waldhorst. Handys sind übrigens verboten - auch um zu verhindern, dass Videos im Internet landen. ist/nad
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