Ein Plan für Recklinghausen
18.11.2009 | 18:53 Uhr 2009-11-18T18:53:00+0100
Recklinghausen. "Paulusanger", mit diesem wichtigen Entwicklungsprojekt für die nächste Zukunft will die Stadt an historische Qualitäten anknüpfen und gleichzeitig neue Maßstäbe setzen.
Zwischen Herner- und Kemnastraße, wo heute die leeren Berufskollegs von sich hin rotten, soll, nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt, ein neues Wohnquartier von „unverwechselbarer Identität” entstehen, wie es in der Vorlage heißt, die am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung beraten wurde. So ähnlich hatte sich schon 1901 der Baurat Joseph Stübben aus Köln das Areal vorgestellt.
Bevor der Paulusanger mit attraktiven, viergeschossigen Stadthäusern entlang einer neuen, verkehrsberuhigten Straße entstehen kann, muss das Gelände erst aufbereitet werden. Frühestens Ende Januar soll der geschätzte 1,5 Millionen Euro teure Abbruch der Gebäude starten. Ende 2010 soll die Vermarktung beginnen, ab Mitte 2011 der Bau privater Hochbauten.
Diese künftigen Häuser stellt sich der Planer, Prof. Benedikt Stahl aus Düsseldorf, vor wie die Häuserreihen an Amsterdamer Grachten: „Lebendig, aber doch einheitlich. So soll es auch am Paulusanger sein.” Um hohe Qualität zu gewährleisten, wählt die Stadt ein neues, aus Holland importiertes Verfahren: den Bildqualitätsplan. Baudezernent Dietmar Schwetlick sagte dazu: „Wir malen uns ein Bild von der Stadt und werben um Bauherren und Bewohner, die ganz in diesem Sinne bauen und wohnen möchten.” Ein Gestaltungshandbuch soll viele Einzelheiten vorgeben, ein Planungsforum über die Einhaltung wachen, aber auch ins Gesamtkonzept passende Abweichungen beurteilen.
Benedikt Stahl sagte, die Paulusstraße zeige, wie eine gute Lösung aussehen könne. Wie es nicht sein solle, sehe man an den Reihenhäusern auf der anderen Seite hinter der Gustav-Adolf-Kirche.
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