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Ein neues „Ärztenetz für Marl“

29.09.2012 | 08:00 Uhr
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Ein neues „Ärztenetz für Marl“
Aerztenetzwerk am Donnerstag, 27.09.2012 in Marl. Dr. Ulrike Bertlich hat ein neues Aerztenetzwerk gegruendet. Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPoolFoto: Joachim Kleine-Büning

Marl. Die Vollversammlung des Marler Arztnetzes (MAN) gestern Morgen war schon seit längerem terminiert, dabei hätte auch eine aktuelle Entwicklung Anlass geben können für dieses Treffen: die Gründung des „Ärztenetzes für Marl“ (ÄfM), ein Zusammenschluss 15 niedergelassener Hausärzte aus Marl, die „inhaltliche und strukturelle Entwicklungen des MAN nicht länger mittragen“.

Dr. Ulrike Bertlich, die ÄfM-Vorsitzende, erläutert, welches Ziel für die Mitglieder des neuen Berufsverbandes im Fokus steht: nämlich die lokale Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Medizinern und anderen Anbietern im Gesundheitssektor – in Abgrenzung zum MAN, dessen Arbeit sich vor allem auf Verhandlungen mit den Krankenkassen beschränke.

In der Tat hat sich das MAN 2004 vor allem deshalb gegründet, um im Zuge einer neuen Gesetzeslage mit den Krankenkassen so genannte Selektiv-Verträge auszuhandeln, die Patienten Vergünstigungen gewährt, sie dabei zugleich aber auch an bestimmte Ärzte und Krankenhäuser bindet (wie etwa bei „Pro gesund“, Knappschaft). Darüber hinaus hat sich das MAN die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten auf die Fahnen geschrieben.

Das ÄfM sei derweil eine Weiterentwicklung des Ende 2011 gegründeten „Marler Gesundheitsringes“, betont Dr. Bertlich: Niedergelassene Ärzte verschiedener Fachrichtungen arbeiten in dem Netzwerk mit Apothekern, Pflegediensten, Fitnesscentern und Praxen für Heilberufe (Krankengymnasten, Logopäden, Physiotherapeuten, Podologen) zusammen. Genau dieses Miteinander wollen Bertlich und Co. weiter intensivieren – „zum Wohle der Patienten“, deren Wahlfreiheit im Gesundheitssystem der Berufsverband besonders beachtet“.

Projekte zur Gesundheitsprophylaxe

Konkrete Projekte verrät Bertlich zwar noch nicht, sagt aber: Anbieten wolle das ÄfM zum Beispiel Aktionen im Bereich Gesundheitsprophylaxe. Ein besonderes Anliegen sei dem ÄfM (das natürlich auch mit den Kassen spricht) darüber hinaus „der Erfahrungsaustausch mit Patientenverbänden und Selbsthilfegruppen in Marl“.

MAN-Vorsitzender Dr. Thomas Riddermann sagte derweil, auf der Vollversammlung sei gestern „eine gewisse Betroffenheit“ zu spüren gewesen angesichts der Aufspaltung der niedergelassenen Mediziner in Marl. Aber, so Riddermann: Auch die Ärzteschaft sei nun einmal keine homogene Gruppe und unterschiedliche Schwerpunktsetzungen von daher „legitim“.

Sabine Kruse

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