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Halteraner fühlen sich...

Ein komisches Gefühl im Bauch

02.03.2009 | 19:58 Uhr

Haltern am See. Trotz der schlimmen Ereignisse vom Wochenende: Direkt bedroht fühlen sich die meisten Menschen in Haltern noch nicht, eine richtige Neonazi-Szene hat noch keiner der von der WAZ Befragten beobachtet.

Helga Seidel

„Ein komisches Gefühl im Bauch” hat Helga Seidel schon manchmal, wenn sie im Bett liegt und lärmende, alkoholisierte Jugendliche vor ihrem Haus hört. Sie wohnt in der Nähe des Bahnhofs. Wirklich bedroht fühlt sie sich allerdings noch nicht.

Jana (19) und Christina (21) Reichelt Foto: ©Jürgen Hein

An eine wachsende Neonazi-Szene in ihrer Stadt glauben Christina Reichelt (21) und ihre Schwester Jana (19) nicht. „Vereinzelt sieht man zwar Typen in Schwarz und mit Stiefeln, aber richtige Gruppen gibt es hier nicht,” meint Christina.

Bernd Plagge (59), Inhaber des gleichnamigen Schuhauses in der Fußgängerzone, hat außer den Nazi-Schmierereien selbst noch nichts von rechten Unruhen mitbekommen. „Aber da muss man aufpassen. Damit so etwas wie 1939 nie wieder passiert. Bei uns gegenüber war ein jüdisches Geschäft, meine Mutter hat mir von den schlimmen Ereignissen erzählt. . .” Metzgermeister Bruno Nottenkämper (46) glaubt, dass die Schmierereien von Auswärtigen stammen, eine Basis in Haltern sieht er nicht.

(v.l.) Lisa Röer (12), Antonia Neufeld (13) und Lena Potthast (13). Foto: ©Jürgen Hein

„Man sieht schon viele Graffiti mit rechten Sprüchen wie 'Dresdener Massenmord 1945'. Aber eine richtige Szene gibt es bei uns nicht,” glaubt Antonia Neufeld (13). „Nein, Angst haben wir nicht,” bestätigt ihre Mitschülerin Lena Potthast (13).

Sibylle Raudies

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