Das aktuelle Wetter Unser Vest 15°C
Prozess

Ehefrau vor den Augen der Kinder erstochen

31.10.2012 | 11:02 Uhr
Ehefrau vor den Augen der Kinder erstochen

Essen/Marl.  Gegen einen 36-jähriger Marler wird seit Mittwoch wegen Totschlags vor dem Essener Schwurgericht verhandelt. Er soll vor den Augen seiner kleinen Kinder seine Ehefrau erstochen haben, die ihn verlassen hatte. Dem Mann droht wegen Mords aus Heimtücke die Sicherungsverwahrung.

Vor den Augen seiner kleinen Kinder soll ein 36 Jahre alter Marler seine Ehefrau erstochen haben , weil sie sich von ihm getrennt hatte. Vor dem Essener Schwurgericht muss er sich wegen Totschlags verantworten. Es ist nicht seine erste Gewalttat.

Im Jahr 1996, da war Maik W. 20, soll der ehemalige Sonderschüler seine 14 Jahre alte Freundin mit einem Messerstich in den Rücken verletzt haben. Damals bescheinigte ihm ein Gutachten Intelligenzminderung, eine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Offenbar fing er sich, bekam sein Leben in den Griff. Einen Beruf lernte er zwar nicht, heiratete aber 2008. Da waren die drei Kinder des Paares schon geboren. Später gab es immer wieder Streit unter den Eheleuten, es ging ums Geld. Anfang des Jahres zog er in eine eigene Wohnung in Marl. Immer wieder suchte er aber Frau und Kinder auf.

Der Papa habe die Mama erstochen, rufen die Kinder

Am 21. Mai kommt er abends wieder in die ehemalige Ehewohnung an der Sickingmühler Straße in Marl. Er wollte seine Frau bitten, noch einmal über eine gemeinsame Zukunft nachzudenken, erzählte er in einer Vernehmung. Doch wieder komt es zum Streit. Laut Anklage zieht er ein Fahrtenmesser mit einer 30 Zentimeter langen Klinge, sticht seiner Frau in Hals und Oberkörper. Zwei seiner Kinder, sechs und vier Jahre alt, stehen daneben. Sie sehen, wie ihre Mutter zu Boden sinkt. Und wie der Vater ihr immer wieder in den Rücken sticht. 20 Stiche zählen die Rechtsmediziner später.

Der Vater flüchtet. Die beiden Kleinen rennen zu den Nachbarn. Der Papa habe die Mama erstochen, rufen sie. Zeigen mit Handbewegungen, was er gemacht hat.

Möglicherweise Verurteilung wegen Mord aus Heimtücke

Am nächsten Morgen stellt sich Maik W. der Polizei . Er habe wohl seine Frau verletzt, berichtet er den Beamten. Er habe aber keine Erinnerung mehr an die Tat. Beim Haftrichter übernimmt er die Verantwortung, will aber keine Einzelheiten wissen. Vor dem Schwurgericht schweigt er. Sein Verteidiger Hans Reinhardt erklärt, dass Maik W. sich weiterhin für den Tod seiner Frau verantwortlich fühle.

Totschlag ist angeklagt. Das Schwurgericht hat dem Marler aber bereits den Hinweis erteilt, dass er möglicherweise auch für einen Mord aus Heimtücke verurteilt werden könne. Und dass die Sicherungsverwahrung drohe.

Stefan Wette



Kommentare
31.10.2012
11:45
Ehefrau vor den Augen der Kinder erstochen
von Xavinia | #1

Und wieder sind die Leitragenden Kinder.
Mama tot, Papa im Gefängnis.

Sicherungsverwahrung sollte angeordnet werden; offensichtlich hat sich dieser Mann bei Problemen nicht mehr im Griff und wird gewalttätig. Zu einer dritten Tat sollte es nicht kommen dürfen.

Aus dem Ressort
Das neue "Palais Vest"
Bildgalerie
Einzelhandel
In Recklinghausen hat jetzt ein Shopping-Center eröffnet. Das "Palais Vest" soll Kunden aber auch von außerhalb locken.
"Palais Vest" - Recklinghausen hat nun eine Einkaufsgalerie
Shopping
Nun hat auch Recklinghausen eine Einkaufsgalerie. Das "Palais Vest" wurde an diesem Dienstag eröffnet. Es ist Sinnbild auch für den Konkurrenzkampf um Käufer in den Städten im Revier. Seit 2008 hat das Ruhrgebiet allein an Einkaufsgalerien 350.000 Quadratmeter Einkaufsfläche hinzugewonnen. Zu viel?
Fall Mißfelder - SPD spricht vom Verdacht der Käuflichkeit
Politik
Der Fall Philipp Mißfelder (CDU) beschäftigt die Politik im Kreis. Ein Berliner Unternehmer hat für den Wahlkampf des Christdemokraten gezahlt. Der bestätigt der Kreisverbandsvorsitzende Josef Hovenjürgen. Und die Kreis-CDU sieht das als ganz normale Spendeneingänge an.
Kronzeuge bricht in Prozess gegen Satudarah-Rocker zusammen
Prozess
Nachdem im Januar der Duisburger Satudarah-Boss Ali O. sechseinhalb Jahre Haft bekam, startete am Freitag vor dem Landgericht Essen ein weiterer Prozess gegen Mitglieder des aus Holland importierten Rockerclubs. Der Kronzeuge aus Bottrop brach erst zusammen, sagte später dann aber doch noch aus.
Motorradfahrer aus Bochum bei Unfall auf A 2 schwer verletzt
Sperrung
Bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn A 2 sind am Donnerstag Nachmittag zwei Menschen verletzt worden. Ein 21-jähriger Autofahrer aus Recklinghausen hatte einen vor ihm bremsenden Motorradfahrer aus Bochum zu spät bemerkt. Dessen Kawasaki wurde von der Autobahn katapultiert.
Fotos und Videos
Haltern aus der Luft
Bildgalerie
von oben
Sprengung des Förderturms Herten
Bildgalerie
Sprengung
Die Wildpferde sind los
Video
Naturspektakel
Installationen von Young-Jae Lee
Bildgalerie
Schiffshebewerk
Top Artikel aus der Rubrik