Die „zuckersüße“ Krankheit
07.12.2011 | 19:03 Uhr 2011-12-07T19:03:00+0100
Herten/Vest.Zucker ist süß? Nein, Zucker kann durchaus auch einen bitteren Beigeschmack haben – dann jedenfalls, wenn mit diesem Wort „Diabetes mellitus“ gemeint ist. Denn die Zuckerkrankheit, die nach Erhebungen des Robert-Koch-Institutes allein in Deutschland bei mehr als sechs Millionen Menschen diagnostiziert ist – und von der Experten zufolge fast ebenso viele betroffen sind, ohne es zu wissen – wird als Erkrankung oft unterschätzt. Dabei kann ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen – und zum Beispiel Herz oder Niere schädigen.
Es sind die möglichen Auswirkungen eines unerkannten oder schlecht eingestellten „Zuckers“ auf diese zwei Organe, die im Mittelpunkt der WAZ-Medizin-Matinee am Sonntag, 11. Dezember, im Hertener St.-Elisabeth-Hospital stehen. Aus gutem Grund, schließlich können die Folgeerkrankungen für Diabetiker lebensbedrohlich sein . . .
Die „zuckersüße“ Krankheit Diabetes steht im Mittelpunkt der WAZ-Medizin-Matinee am Sonntag, 11. Dezember, im Hertener St. Elisabeth-Hospital (Im Schlosspark 12; Vortragsraum). Drei medizinische Experten informieren bei der Veranstaltung von WAZ im Vest und Klinik-Verbund Vest Recklinghausen über die Folgen von Diabetes auf die Organe: Prof. Dr. Gerhard Wambach, Chefarzt der Inneren Medizin am St. Elisabeth-Hospital, spricht über „Diabetes und Herz“. Dr. Joachim Kühne, Chefarzt der Klinik für Nephrologie, Hypertensiologie und Diabetologie am Recklinghäuser Prosper-Hospital, referiert über „Diabetes, Niere und Gefäße“. Und Dr. Thomas Thurner, niedergelassener Mediziner aus Herten, erläutert die „Diabetesbehandlung in der Praxis. Matinee-Beginn um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten: 01802 / 40 40 72.
Beispiel Herz: „Ein Diabetes“, warnt Prof. Dr. Gerhard Wambach, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin an St.-Elisabeth-Hospital, „führt bei Männern zu einem vierfach erhöhten Herzinfarktrisiko, bei Frauen ist das Risiko sogar um das Sechsfache erhöht.“ Dafür verantwortlich sei eine „vorzeitige Verkalkung der Herzkranzarterien“ infolge des gestörten Zuckerstoffwechsels und der damit verbundenen Risikofaktoren Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung.
Gut zu wissen. Noch besser indes ist es zu erfahren, wie sich ein durch Diabetes erhöhtes Herzinfarktrisiko senken lässt. Im Detail wird Prof. Dr. Gerhard Wambach die Möglichkeiten hierfür bei der Medizin-Matinee erläutern, vorab bereits dies: Eine optimale Blutzuckereinstellung, eine Behandlung der begleitenden Fettstoffwechselstörung und eine konsequente Blutdrucksenkung sind hier hilfreich.
Und was ist mit der Niere? Nun, auch die Funktion dieses „Filtersystems“ unseres Körpers ist durch ein Zuviel an Zucker im Blut stark gefährdet. Expertenschätzungen zufolge bricht bei etwa jedem zehnten Diabetiker Typ 2 (der so genannten Altersdiabetes) mit einer funktionsgestörten Niere dieses Organ irgendwann regelrecht zusammen. Allerdings ist ein derart schlimmer Krankheitsverlauf nicht schicksalsbedingt, betont Dr. Joachim Kühne, Chefarzt der Klinik für Diabetologie am Prosper-Hospital. Und genau deshalb will er bei der Medizin-Matinee den Blick schärfen für die Symptome einer gestörten Nieren-Funktionsfähigkeit, die Behandlung einer Nierenerkrankung erläutern und schließlich Tipps geben für eine gesunde Lebensweise.
Apropos gesunde Lebensweise: Deren besondere Wichtigkeit gerade bei „Zucker“ zu vermitteln, darin sieht Dr. Thomas Thurner – neben einer möglichst frühen Erkennung dieser Erkrankung und einer adäquaten Einstellung des Stoffwechsels Betroffener – eine wesentliche Herausforderung in der hausärztliche Praxis. Doch der Aufwand lohnt sich, betont der niedergelassene Mediziner aus Herten: „Allein durch mehr Bewegung und weniger Essen lässt sich die Manifestation des Typ-2-Diabetes verhindern und über lange Zeit eine medikamentöse Behandlung ersetzen.“
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