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Ein-Euro-Job

Die Rückkehr der Fahrrad-Wache

03.10.2012 | 16:34 Uhr
Die Rückkehr der Fahrrad-Wache
ASGSG-Schulleiter Klaus Koch (55, M.) freut sich, dass Fahrradwächter Udo Frerich (53, li.) für Sicherheit sorgt. Schüler Cedrik Pöter (13) aus der MINT-Klasse 7a ist zufrieden, dass sein Rad nun sicher ist.Foto: Lutz von Staegmann

Marl. Eine bewährte und beliebte Einrichtung lebt wieder auf: Fahrradwachen an Marler Schulen. Seit Monatsbeginn gibt es sie am Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium (ASGSG), das Gymnasium im Loekamp steigt mit ein, an den beiden Gesamtschulen und den beiden Realschulen wird es sie auch wieder geben.

„Mit Tränen in den Augen meldeten sich Schüler im Sekretariat, wenn das Ventil am Rad rausgedreht war. Oder sogar das ganze Rad verschwunden war“, erzählt ASGSG-Leiter Klaus Koch. Ein Verlust von Sicherheit, der tief traf.

Sechs Jahre lang waren diese Schulen „in sicherer Hand“. Von 2004 bis 2010 finanzierte das Job-Center Ein-Euro-Jobs, die Alte Schmiede übernahm die Umsetzung des Projektes. Als die Zuschüsse gestrichen wurden, brach das System zusammen. „Die Eltern nahmen die Fahrradwache selbst in die Hand“, erinnert sich Koch. Doch es klappte nur einige Wochen. Das Gymnasium im Loekamp blieb ein Sonderfall und konnte den Service bis heute durchgehend anbieten.

Schwierige Organisation

Dieses Fahrradwachen sind offenbar nicht leicht zu organisieren. Zwar hatte das ASGSG vor Jahren mit den Mitteln des Fördervereins und der Unterstützung der Stadt einen Unterstand für die Schülerräder gebaut. Doch die Bewachung wollten die Eltern nicht so gerne übernehme. „Wir haben 80 bis 90 Mütter in der Cafeteria im Einsatz und zehn bis 15 in der Bibliothek. Aber in die Fahrradwache will keine.“ Dazu kam die Frage, wie die laufenden Kosten gerecht verteilt werden konnten.

Jetzt ist wieder alles klar. 800 bis 1000 Räder stehen an der Schule – je nach Wetterlage. Drei Ein-Euro-Jobber kümmern sich darum. Sie dürften die Räder „fahrtüchtig machen“, erläutert Martina Homuth, Betriebsleiterin bei der Alten Schmiede. Reparieren dürfen sie nicht. Die Fahrradwerkstatt der Alten Schmiede wird die Kräfte anleiten. „Wir wollen den Marler Fahrrad-Werkstätten nicht ihre Aufgaben abnehmen“, betont Heinrich Lange, Leiter des Jobcenters Marl. In Zukunft soll es auch wieder die Fahrradprüfungen in Zusammenarbeit mit der Stadt geben.

18 jungen Menschen wird an den sechs Schulen eine Aufgabe gegeben, zunächst einmal für ein halbes Jahr. Jacken mit der Aufschrift „Fahrradwache Alte Schmiede“ sollen ihren Status deutlich machen. Schon bald aber werden die nächsten Förderanträge gestellt, damit das Projekt bis Ende 2013 fortgesetzt werden kann. Und dann? Klaus Koch: „Wir sollen uns über das freuen, was wir jetzt haben. Vielleicht wird es ja dann wieder was.“

Gert Eiben

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