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Die „Pfote“ als Türöffner

11.10.2012 | 17:44 Uhr
Die „Pfote“ als Türöffner
In der „Dattelner Pfote“ wird Langzeitarbeitslosen und bedürftigen Tierhaltern geholfen.Fotos:Joachim Kleine-Büning

Datteln. Das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen und das Jobcenter Datteln schlagen quasi zwei Fliegen mit einer Pfote. Denn zum einen geht es darum, langzeitarbeitslose Menschen wieder schrittweise an den Arbeitsmarkt heranzuführen, zum anderen will man Menschen mit geringem Einkommen, die ein Haustier halten, die Möglichkeit geben, sich mit dem notwendigen Bedarf für ihre Tiere einzudecken.

Seit Anfang des Monats besteht hierzu in dem ehemaligen Quelle-Shop, Hohe Straße 4a, die Möglichkeit. Hier haben die Initiatoren die „Dattelner Pfote“ eingerichtet, die montags, mittwochs und freitags von 11 bis 14 Uhr geöffnet hat. Eingerichtet wurde das kleine Ladenlokal von Menschen, die es aufgrund verschiedener Integrationshemmnissen schwer haben, einen festen Arbeitsplatz zu finden. Sie sollen in der „Dattelner Pfote“ lernen, diese Hemmnisse abzubauen und ihren Tag zu strukturieren,

Simone Thörner-Klein ist Mitarbeiterin der neuen Einrichtung. „Es geht darum, die eigenen Stärken zu entdecken“, sagt die 43-Jährige. Schon beim Einrichten seien die Menschen sehr engagiert und motiviert ans Werk gegangen und hätten viele Ideen entwickelt. Die „Dattelner Pfote“ ist nicht nur eine Ausgabestelle für Tierbedarf – sie dient vielmehr auch als eine Kontaktbörse; sowohl für diejenigen, die darin beschäftigt sind, als auch für die Kunden.

Hund sorgt stets für gute Laune

Die Idee zu dieser Einrichtung ist dadurch entstanden, indem beim Jobcenter ab und an ein Hund mitgebracht wird. „Das Tier sorgt im Team stets für gute Laune“, erzählt Silke Niewind. Man habe sich überlegt, ob Tiere letztlich nicht auch „Türöffner“ für Langzeitarbeitslose sein könnten. Und Angelika Korneli, Leiterin Psychosoziale Dienste bei der Diakonie ergänzt, dass sich Leute, die unter Panikattacken leiden, getraut hätten, zu ihr nach Hause zu kommen, wo sie selbst Tiere hält, um über diese Tiere Ängste abzubauen. Für die Zukunft ist darum sogar ein mobiler Streichelzoo geplant.

Das Projekt „Dattelner Pfote“ sei in mehrfacher Weise hilfreich, Marlies Brink, Leiterin der Diakonie-Umweltwerkstatt: „Menschen, die nur schwer einen Weg in die Arbeitswelt finden, werden gefördert und Menschen, deren einziger Sozialkontakt häufig im Haustier besteht, werden unterstützt.“ Horst Bögeholz, Vorstand der Diakonie im Kirchenkreis, ergänzt: „Wir sind froh, dass zwei diakonische Bereiche, die psychosozialen Dienste und die Umwelt-Werkstatt, in diesem Projekt gut zusammenarbeiten.“

Norbert Schmitz

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