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Die Filter-Revolution

07.01.2011 | 17:09 Uhr
Die Filter-Revolution
Der Kaminanzünder "Turbo-Feuerstarter" und geprägte Kaffeefilter, die als Werbeträger dienen sollen, sind die Entwicklung der Firma Fidibox GmbH in Oer-Erkenschwick an der Schachtstraße17. Fidibox ist das Tochterunternehmen der GFM Maschinenbau GmbH aus Haltern Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool

Oer-Erkenschwick/Haltern am See. Eine Ära endet, ein Kaffee wird kalt: Der deutsche Filterkaffee aus der Maschine ist nicht gut genug, um gegen Latte Macchiato, Espresso, Cappuccino und bonbonfarbenen Kapseln von Frauenschwarm George Clooney bestehen zu können.

Zu wässrig, zu muffig, zu lasch, zu wenig Kult. Viele Kaffeemaschinen und –filter stehen nur noch ungenutzt im Schrank. Wäre da nicht Herbert Gawarecki. Das Wegwerfprodukt Filtertüte begeistert den Erfinder und Tüftler aus Haltern am See. Sein Ziel: Der Tüte zu einem neuen Absatzmarkt zu verhelfen. Dafür gründete Gawarecki 2008 eine neue Firma: die Fidibox GmbH.

Hinter der Firma steckt in erster Linie das kleine, kreative Team der GFM Maschinenbau GmbH. Die Firma plant, konstruiert und baut Fertigungs- und Verpackungsanlagen für Unternehmen der Medizin-, Hygiene-, Gastronomie- und Automobilbranche.

In der Firma GFM wurde das eigentliche Geheimrezept für die Nutzung der Filtertüte entwickelt – der Prägedruck, mit dem die weißen, wahlweise braunen, Tüten zum Kommunikationsmittel und Werbeträger werden. Immerhin: 56 Millionen Deutsche trinken Filterkaffee. 25 Millionen sind gar Intensivverwender. Ein Spruch, ein Logo, eine Struktur. „Morgens ist der Moment, wo man noch wenig Außenreize bekommt“, lacht Kathrin Gawarecki. Die Tochter des Firmengründers, die Niederlandistik studierte und in der Erwachsenenbildung tätig war, ist seit August 2008 im Unternehmen tätig und koordiniert die Werbekampagne für die Fidibox-Produkte. „Ab einer Stückzahl von 5000 kann der Kunde auf Wunsch die Prägung auf dem Kaffeefilter sowie Farbe und Motiv der Umverpackung wählen.“ Die Fidibox GmbH arbeitet mit einer Graphikdesignerin zusammen.

Auch der „Turbo-Feuerstarter“ ist ein Produkt aus der „Ideenkiste“ der jungen Firma. Die Suche nach einer besseren Lösung, um den heimischen Kamin anzuzünden, habe den Vater auf die Idee gebracht, plaudert Kathrin Gawarecki aus dem Nähkästchen. Mit dem „Feuerstarter“, einem Powerpaket aus Holzkohlebriketts, Pellets und geschreddertem Kaffeefilterpapier, kann einfach, schnell und sauber das Kaminfeuer entzündet werden. „Man braucht kein Anzündholz mehr, kann den Ofen sofort komplett mit Holz beschicken“, preist Kathrin Gawarecki die Vorzüge, die von Kamin-, Ofenbesitzern und Schornsteinfegern getestet – und für gut befunden – wurden. Vorteil des Filterpapiers: Es rußt weniger.

Vom 12. bis 14. Januar ist die Fidibox GmbH auf der PSI Messe in Düsseldorf, der größten Messe für Werbeartikel in Europa, vertreten. Vielleicht entdecken Cafes, Touristenbüros die individuelle Filtertüte als „den anderen“ Werbeträger. Oder Discounter für den guten, alten Filterkaffee.

Irene Stock


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