Der Mann im Spiegel
04.09.2007 | 08:22 Uhr 2007-09-04T08:22:50+0200Oder warum sich Dieter Bönnighaus als Dicker nicht wirklich wahrnimmt. WAZ-Aktion "Fit statt fett" als Chance.Nach einer Verletzung wurde er zunächst gar nicht, später falsch therapiert. Und dann setzten noch die Ernährungssünden an
Recklinghausen. Warum ist es so weit gekommen? Und: Wie komme ich aus dem Teufelskreis von immer weniger Bewegung, immer mehr Essen und Gewicht heraus? Diese Fragen hat sich Dieter Bönnighaus (50) schon oft gestellt. Als er jetzt von der Aktion "Fit statt fett" las, die die WAZ im Vest mit der Recklinghäuser Personaltrainerin Brigitta Kemner veranstaltet, war ihm sofort klar: Das ist meine Chance. Nun denn: Vier Wochen hat er Zeit, sein Leben in andere Bahnen zu lenken . . .
Dass Bönnighaus eine Lebensänderung wirklich wichtig ist, das spürt Brigitta Kemner gleich beim ersten Treffen. Aber der selbstständige Kaufmann braucht einfach jemanden, "der mich motiviert".
Beim Abnehmen vor allem. Zwar nehme er sich selbst als Dicker nicht wirklich wahr, gesteht Bönnighaus, frage sich jedes Mal, wer denn der Mann da im Spiegel sei. Aber die 113 Kilo, die der 1,87 Meter große Recklinghäuser beim Check-up auf die Waage bringt, sind Fakt. Und Bönnighaus eindeutig zu viel. Auch seinen Körperfettanteil von 36,5 % hofft er, zumindest auf unter 30 % zu senken. Und Blutdruck (151:98) und Bauchumfang (121 cm)? Auch suboptimal.
Aber Brigitta Kemner hat Stärken bei ihrem Klienten entdeckt: "Eine starke Willenskraft." Zudem, so die Chefin der Firma "comfort coaching", wisse Dieter Bönnighaus von früher "wie es ist, schlank zu sein". Gute Voraussetzungen zum Abnehmen. Wie auch die Tatsache, dass sich der 50-Jährige eigentlich gern bewegt. Zweimal die Woche spielte er bis vor zehn Jahren Tennis, ging fast jeden zweiten Tag joggen. Dann verletzte er sich an der Wade, wurde erst gar nicht, später falsch therapiert. Und der Sport wurde immer weniger, Ernährungssünden setzten an.
Schritt für Schritt will Brigitta Kemner ihren Klienten nun "umpolen": Will ihm Tipps geben, wie sich Süßhunger-Attacken bewältigen lassen; wie die Sehnen und Bänder um die vorgeschädigte Wade kräftiger werden. Zudem geplant ist drei-, viermal die Woche moderates Sporteln: Walken, Rad fahren, später Jogging. "Irgendwann", sagt Bönnighaus, "möchte ich einen Halbmarathon unter zwei Stunden schaffen." Und nur noch 90 Kilo wiegen . . .
Machbar? Nun, er ist motiviert, seine Ziele mit Hilfe des Kemner-Coachings zu erreichen: "Wenn nicht jetzt, wann dann?"
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