Der Lotse geht von Bord
22.01.2012 | 16:40 Uhr 2012-01-22T16:40:00+0100
Datteln. Ohne Ludger Grundmann scheint das Kanalfestival vor dem Aus zu stehen. In einer schicksalhafte Jahreshauptversammlung steht die Entscheidung an.
Noch herrscht Zuversicht, aber die Zeit drängt: Ob das traditionreiche Kanalfestival zu Grabe getragen wird, das hängt nun im wesentlichen vom Ausgang der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Kanalfestival (IGK) am Montag, 6. Februar ab. Bis dahin soll versucht werden, doch noch einen neuen Vorsitzenden beziehungsweise eine neue Struktur zu finden, damit das beliebte Fest, das zuletzt bis zu 100 000 Menschen anlockte, nicht endgültig in den Kanälen untergeht und für alle Zeit aus den Veranstaltungskalendern verschwindet.
Doch die Suche nach Machern gestaltet sich äußerst schwierig. Bislang haben alle möglichen Kandidaten abgewunken. Ludger Grundmann (60), hatte bereits im letzten Jahr angekündigt, dass er sich von dem zeitintensiven und arbeitsreichen Posten des Vorsitzenden zurückziehen werde. Den ehrenamtlichen Job aber, den will wohl bis dato niemand in der IG (ein Zusammenschluss von Vereinen und Verbänden) übernehmen.
Und in der Ehrenamtlichkeit liegt wohl die größte Hürde. Denn eigentlich ist es kaum möglich, nebenher ein dreitägiges Festival in diesen Dimensionen (mit einem Budget von 300 000 Euro) zu organisieren. Nun gibt es Überlegungen, mit hauptamtlichen Kräften den Weg aus der Krise zu finden. Denn sollte es nicht gelingen, einen Vorstand zu wählen, gibt es keine IG und damit kein Kanalfestival.
Bereits 1994 wäre das Fest am Wasser fast gestorben. Aus Kostengründen hatte die Stadt es schon abgeschrieben, als die Vereine die IG gründeten, und seither mit ihrem Vorsitzenden Grundmann sich für das Kanalfest verantwortlich zeichneten. Der heute 60-Jährige habe nach 18 Jahren Kanalfest eine andere Lebensplanung, wie er sagt. Zwar hänge sein Herz nach wie vor daran, doch dass er in letzter Minute noch einmal antreten wird, schließt er aus. „Ich habe frühzeitig gesagt, dass ich das nicht mehr machen will.“ Allerdings habe er angeboten, künftigen Organisatoren mit seinen Erfahrungen, Kontakten und mit Know How zu unterstützen. Nur an vorderster Stelle werde er nicht mehr wirken.
Während der 60-Jährige derzeit im Urlaub in Oberstdorf Abstand gewinnen will, geht in Datteln die Suche nach einer Lösung fieberhaft weiter.
Inwieweit sich die Stadt stärker einbringen kann, dies gehört derzeit mit zu den vielen offenen Fragen, die es gilt bis zur schicksalhaften Jahreshauptversammlung der IGK am Montag, 6. Februar, um 19.30 Uhr in den Räumen des Kanu Klub Datteln, Hafenstraße 135, zu beantworten.
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