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Charles Knie gastiert in Recklinghausen

Der etwas andere Zirkus

10.07.2012 | 19:52 Uhr
Der etwas andere Zirkus
Seelöwe Kulus gehört zu den Attraktionen. Mit ihm darf ein WAZ-Leser am Donnerstag trainieren.

Recklinghausen. Ein Traditionsunternehmen, doch kein Familienbetrieb mehr. Ganz untypisch für einen Zirkus ist das 1995 von Charles Knie gegründete Spektakel heute in der Hand von Seiteneinsteigern. Sascha Melnjak (37) hat den Betrieb vor sechs Jahren übernommen, als Knie einen Traum wahr machte und nach Australien auswanderte, um einen Tierpark zu eröffnen. Kaufmann Melnjak erfüllte sich selbst einen Traum , führt den Zirkus nun so, wie er es sich als kleiner Bengel schon gewünscht hat. Und der gastiert jetzt in Recklinghausen.

Heute um 16 Uhr ist Premiere auf dem Saatbruchgelände. „Wir sind viele Seiteneinsteiger“, sagt Pressesprecher Sascha Grodotzki, gelernter Diplom-Betriebswirt. Clown Andre hatte ursprünglich in der Schweiz eine Schriftsetzerlehre angefangen und der Chef, der ist auch Kaufmann. „Aber wir sind alle aus Leidenschaft dabei, vielleicht ist das unser Erfolg.“ Während im Familienbetrieb oft keine Alternative zum Weitermachen gesehen wird, wollen beim Zirkus Charles Knie alle das Beste geben. „Sonst würde man sich das nicht antun, neun Monate im Jahr weg von der Familie, rund um die Uhr Arbeit“, sagt Grodotzki und seufzt verträumt.

Noch ein Punkt für den Erfolg des Unternehmens: „Ich lege großen Wert darauf, dass mein Programm für alle Alters- und Sozialschichten Highlights beinhaltet“, sagt Zirkusdirektor Melnjak. „Kinder und Familien müssen sich ebenso amüsieren wie Erwachsene, Rentner und Jugendliche.“ Nur Höchstleistungen aneinanderzureihen bringe nichts, das Programm müsse auch stimmig sein. In Zahlen heißt das: 22 Nummern in 2,5 Stunden bietet der Zirkus Charles Knie den bis zu 1440 Besuchern, 103 Tiere aus 30 verschiedenen Arten aus aller Welt.

Die Tiere. Sie gehören zu jedem Zirkus dazu und sind ein schwieriges Thema. Manche Tierschützer lehnen es rigoros ab, dass Tiere in Zirkusbetrieben gehalten und schrecken, so Sprecher Grodotzki, mitunter auch nicht vor drastischen Protesten zurück. „Doch die Tierhaltung im Zirkus hat sich stark weiterentwickelt. Heute werden wir so gut überwacht wie kein anderer.“ Bei nahezu jedem einzelnen Gastspiel überprüfe ein Veterinär die Tiere und ihre Unterbringung.

„Hier bei uns kann man auch von außen alles einsehen, die Gehege sind deutlich größer, als sie sein müssten“, sagt Grodotzki. Davon kann sich jeder Besucher selbst ein Bild machen, beim Zirkusbesuch, bei der Tierschau (an den Vorstellungstagen von 10 bis 13 Uhr) und von außen durch die Einsicht bietenden Zäune. Alles ist sauber, die Tiere wirken gesund, agil und nicht aggressiv. „Dass es auch in der Zirkusbranche schwarze Schafe gibt, ist uns bewusst, aber das berechtigt doch kein generelles Haltungsverbot“, wundert sich der Sprecher. Sonst müsste man auch Haustiere, Zoos und Reitpferde verbieten.

So will auch trotz der Debatte etwa um die Haltung von Raubtieren der Zirkus Charles Knie auf absehbare Zeit wieder eine Raubtiergruppe anschaffen. Dompteur Alexej Lacey ist zwar nach fünf Jahren zum weltgrößten Zirkus in die USA gegangen. Aber Tierlehrer Marek Jama aus Polen, der sich derzeit um alle Tiere kümmert, will eine neue Gruppe aufbauen. „Es gehört doch dazu und ist ein Publikumsmagnet“, erklärt Grodotzki. Aber, die Elefanten sind auch nicht ohne. Elvis Errani (22), der die Dickhäuter betreut,, wurde in Monaco mit dem „Silbernen Clown“ ausgezeichnet. Sascha Grodotzki: „Wie intelligent die sind. Im Freigehege haben sie auch Geäst. Und gestern sah ich, wie sich ein Weibchen einen Ast nahm und damit den Bauch kratzte.“

Auch sonst gibt es das volle Zirkusprogramm mit Akrobatik, Bauchredner, Orchester und Gesang, Kängurus, edle Friesen und Araberpferde oder Mini-Ponys, Zebras und vorwitzige Seelöwen.

Training mit Seelöwen zu gewinnen

Etwas ganz Besonderes bietet die WAZ in Zusammenarbeit mit dem Zirkus Charles Knie ihren Lesern an: Ein Kind oder Jugendlicher von 12 Jahren an kann ein Training mit Chefdompteur Marek Jama und den beiden Seelöwen Steffi und Kulus am Donnerstag, 12. Juli, um 14 Uhr gewinnen. „Wenn man einen Fisch hat, machen sie alles“, lacht Zirkussprecher Sascha Grodotzki. „Zwingen kann man Tiere eh’ zu nichts.“

Wer zu den Seelöwen ins Gehege will und ihnen beim Training in ihrem 80 000-Liter-Becken zuschauen möchte, der ruft am heutigen Mittwoch zwischen 12 und 12.10 Uhr in der WAZ-Redaktion an, 02361 93 70-0, an. Unter allen Anrufern wird der Gewinner ausgelost. Er oder sie kann sich am Donnerstag, 12. Juli, kurz vor 14 Uhr am Zirkuseingang mit höchstens zwei Begleitpersonen melden und darf selber bei dem Training mit den Kanadischen Seelöwen, das rund eine Viertelstunde dauert, mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Oliver Mengedoht



Kommentare
12.07.2012
18:09
Der etwas andere Zirkus
von zuschauer_mit_informationen | #2

Der Elefantenhaken dient nicht zum Schlagen der Tiere! Die Kommentatorin unten hat wohl zu viel "Wasser für die Elefanten" gesehen und einiges von der kriminellen Tierrechtssekte Peta ( Infos: www.petakillsanimals.com ) gehört, als selbst vor Ort zu sein.

Ein Tierlehrer kann es sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht "leisten" seine Tiere zu quälen. Zum einen, da er sich sonst selbst in Lebensgefahr bringen würde und zum anderen weil Tiere die Angst vor ihrem Lehrer haben für die Dressur vollkommen unbrauchbar sind.

Gegenseitiges Vertrauen muss vorhanden sein, damit eine Dressur funktioniert und das erreicht man niemals mit Schlägen oder anderen Quälereien.

Dass es auch unter den Circussen schwarze Schafe gibt, die nicht nach diesem Grundsatzhandeln, heißt aber nicht, dass es alle so handeln würden. Krone und Charles Knie sind die Branchenführere und dort findet man sehr gute Tierhaltung und Dressur, bei allen Tieren.

10.07.2012
21:52
Kein Eintrittsgeld für verhaltensgestörte Elefanten
von Jessica_Bauer | #1

Wer zum Zirkus Charles Knie geht, sieht ebenso verhaltensgestörte Elefanten, wie in jedem anderen Zirkus. In Ihrem lächerlichen "Außengehege" wackeln sie die ganze Zeit mit Kopf unf Körper hin und her, das bekannte "Weben" - auch sie hat das Leben in winzigen Zirkusgehegen und die "Dressur" mit Stock und Haken verrückt gemacht. Tut mir leid, dieses Elend bezahle ich nicht mit meinem Geld.
Diesen Zirkus-Werbeartikel hätte man sich auch sparen können, oder wenigstens eine Tierschutzorganisation zu Wort kommen lassen können, oder wie war das noch mit dem "Journalismus", Herr Mengedoht ?

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