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Evangelische Kirche

Demokratische Entscheidung zur Kooperation

03.10.2012 | 21:00 Uhr
Demokratische Entscheidung zur Kooperation
Die Pfarrer/innen Andreas Wilkens (Herten), Holger Höppner (Disteln), Renate Leichsenring (Langenbochum-Scherlebeck) und Martina Heubach (Westerholt-Bertlich) läuten symbolisch zu den neuen Gottesdienst-Zeiten.Foto: Joachim Kleine-Büning

Herten. Seit nun mehreren Monaten arbeitet der Lenkungsausschuss der vier evangelischen Gemeinden in Herten zusammen, plant in Absprache mit den vier Presbyterien, wie die Zukunft der Kirchen aussehen könnte – für die knapp 20 000 Gemeindemitglieder und ihre acht Pfarrer.

Kein leichtes Unterfangen, doch anstatt von oben eine Fusion aufgezwungen zu bekommen, wie es beispielsweise in der katholischen Kirche gehandhabt wird, entschieden sich die vier evangelischen Gemeinden „basisdemokratisch eine Kooperation einzugehen“, so Pfarrer Andreas Wilkens (Gemeinde Herten). Er ist zugleich Vorsitzender des Lenkungsausschusses. Das erste Ergebnis: Ab sofort gibt es nur noch zwei Gottesdienst-Zeiten. Starteten in den acht Kirchen bisher die Gottesdienste unterschiedlich von 9.30 Uhr bis 11.15 Uhr, beginnen die Gottesdienste nun um 9.30 Uhr und um 11 Uhr. So reichen sonntags im Notfall vier Pfarrer bzw. Pfarrerinnen aus, die zwei Gottesdienste in Folge feiern könnten, ohne in Zeitnot zu geraten, wenn’s zur nächsten Kirche geht.

An großen Feiertagen wie dem Reformationstag (31. Oktober) soll es zudem nur noch einen zentralen Gottesdienst für alle Gemeinden um 18 Uhr – dieses Mal in der Erlöserkirche – geben. Es habe sich gezeigt, dass in den vergangenen Jahren an solchen Tagen die Resonanz immer geringer ausgefallen sei. Das habe zwei Vorteile: Zum einen lernen so die Gläubigen Pfarrer aus anderen Gemeinden kennen, die die den Gottesdienst feierten, zum anderen dürfte die Kirche besser besucht sein. Was Pfarrer Holger Höppner (Disteln) durchaus zu Pass kommt: „Natürlich macht es mehr Freude, vor vollem Haus zu feiern.“ Der Gesang sei fülliger, wenn viele einen Gottesdienst gemeinsam feierten.

Überlegungen gehen weiter

Die Umstellung auf die festen Gottesdienstzeiten sei womöglich erst der Anfang. Man könne sich vorstellen, demnächst anstelle von vier getrennten Internet-Auftritten und Pfarrbriefen jeweils nur noch einen anzubieten. Die Gespräche liefen auf jeden Fall noch bis 2016, ehe die nächsten Presbyter-Wahlen anstünden.

Und sollten dann Lenkungskreis und die vier Presbyterien anstelle einer Kooperation eine Fusion favorisieren, wäre auch dies umsetzbar. Wilkens: „Durch die bisherige Zusammenarbeit sind unsere eigenen Kirchtürme kleiner geworden, so dass man sich besser in die Augen schauen kann.“

Michael Jacobs



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