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Dem Touristik-Büro im Marler Stern droht das Aus

12.10.2012 | 23:00 Uhr
Dem Touristik-Büro im Marler Stern droht das Aus
Der „i-Punkt“, das Stadtinformationsbüro im Marler Stern.Foto: Lutz von Staegmann

Marl.   Die Stadt hat das Informations- und Touristik-Büro im Marler Stern auf die Streichliste gesetzt. Als zu kosten- und personalintensiv entpuppte sich die Einrichtung, die einst eine Vorreiterrolle im Kreis einnahm. Für die Stadt aber zählt nicht der Erfolg, allein die Kosten entscheiden.

Ist es die reine Freude oder mischt sich schon ein „lautes Pfeifen im dunklen Wald“ ein? Am Wochenende feiert das Stadtinformationsbüro „i-Punkt“ im Marler Stern seinen 15. Geburtstag und verschwendet keinen Gedanken an eine unsichere Zukunft. Doch für die Stadt zählt nicht der Erfolg. Es zählen die Kosten.

Die Idee war höchst lobenswert: Der Bürger muss nicht ins Rathaus, das Rathaus kommt zum Bürger. Im Einkaufszentrum wurde 1997 an zentraler Stelle ein Laden umgebaut und zu einer Verwaltungs-Nebenstelle aufgepeppt. Hier konnte man sich beispielsweise seinen Personalausweis abholen.

Konzept weiterentwickelt

Marl war damit 1997 im Kreis ein Vorreiter. „Viele Besucher kamen von überall her und waren von der bisher unüblichen Art der 'Behördendienststelle‘ begeistert“, schwärmt Katharina Niehaus, Leiterin des Stadtmarketings. In der Verwaltung schwand die Begeisterung. Die Einrichtung erwies sich als aufwendig (mit Tresor und sicherer Datenleitung) und personalintensiv. Die Konsequenz: Etliche Aufgaben wurden wieder abgezogen.

„Diese besondere und sympathische Art der Öffentlichkeitsarbeit und des Ticketverkaufs hat sich hier fest etabliert“, sagt Katharina Niehaus. „Der i-Punkt ist aus Marl nicht mehr wegzudenken.“

Nicht ganz. Denn es gibt im Rathaus Rotstift-Schwenker, die den „i-Punkt“ bereits auf ihre Prüfliste genommen haben. Den Mitarbeitern können sie damit keinen Schrecken einjagen, denn seit vielen Jahren heißt die Frage: Was kostet der „i-Punkt“, lohnt er sich?

Vom ursprünglichen Konzept hat man sich gewaltig weiter entwickelt: zur touristischen Anlaufstelle in Zusammenarbeit mit der Ruhrgebiet Tourismus GmbH, zur Informationsstelle des Deutschen Tourismusverbandes. Es gibt Kooperationen mit dem Chemiepark, der stadteigenen Baugesellschaft Neuma und mit Hotels. Die RWE hat inzwischen die Hälfte des „i-Punktes“ angepachtet.

Hier gibt es Karten für alle städtischen und privaten Kulturveranstaltungen, aber auch Eintrittskarten für Musicals in ganz Deutschland und Angebote für Stadtrundfahrten und individuelle Touren.

Der Wandel schlägt sich auch personell nieder. Die Zahl der Mitarbeiter sank von ursprünglich sechs auf mittlerweile drei (Wilma Rennebaum, Sabine Schaffarczyk und Elke Dietrich).

Sie feiern am heutigen Samstag mit den Gästen bei Glücksrad, Geburtstags-Schnäppchen und Überraschungen von 13 bis 18 Uhr.

Gert Eiben

Kommentare
15.10.2012
18:30
Dem Touristik-Büro im Marler Stern droht das Aus
von pego55 | #1

Erst Lidl ( bauen neu , in der Nähe ), dann I - Punkt, der Marler Stern geht langsam unter, auch ein Grund werden die horrenden Mieten sein, die verlangt werden. Darüber sollten der Stern - Manager und andere mal drüber nachdenken.

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