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Atelier-Wochenende

„Dem Ruhri seine Kunst“

30.08.2011 | 17:29 Uhr
„Dem Ruhri seine Kunst“
. Foto: Jürgen Hein

Recklinghausen.   Zwischen Hobbymalerei und ironischer Werbekampagne: am Kunstraum-Wochenende 17. und 18. September öffnen zahlreiche Ateliers

Von echten Entdeckungen bis zu altvertrauter Hobbymalerei: Das Gefälle ist steil, wenn unter der typografischen Eigenwilligkeit „kunst.raum“ Guido Röcken am 17. und 18. September in 15 Ateliers und drei Sonderausstellungen einlädt.

Aber womöglich macht gerade das den Charme der nach zwei Jahren Auszeit wieder belebten Recklinghäuser Atelier- und Galerientage aus. Manche Kreative, die sich sonst mit kleinen Werkschauen in Szenekneipen bescheiden, können am Kunstraum-Wochenende die Chance nutzen, ihre Arbeiten daheim fürs Publikum nach Gusto auszubreiten.

Für die beiden Bildhauer Judith Hupel und Hanspeter Zingel gilt ohnehin: Ihre in Stein gemeißelte Kunst lässt sich nicht so eben über Tischen und Bänken aufhängen. Beide arbeiten gerne mit Anröchter Dolomit. Judith Hupel überlässt als Gastgeberin ihren Garten den Skulpturen von Zingel, der auch in Holz und Metall arbeitet.

Als eine der drei Artemis-Künstlerinnen verfügt Hupel neben den malenden Kolleginnen Verena Kuhlmann und Ulrike Speckmann über großzügige eigene Ausstellungsräume am Tiefen Pfad: ein „Kunstraum“ par excellence.

Kamera-Künstler mögen sonst eher einzelkämpferisch veranlagt sein: Für die witzige Kultkampagne „Ruhri.2010“ taten sich namhafte Fotografen von Brigitte Kraemer bis Jakob Studnar zusammen. „Dem Ruhri sein Revier“ ist eine ebenso stolze wie ironische Werbung – zu sehen in Guido Röckens Hauptquartier, dem „1a“, am Steintor 1a.

Fotografie präsentiert auch Axel Schuch – allerdings muss man das dazusagen: Denn sein Zyklus „Fehleroffenbarungen“ zeigt derart extrem vergrößerte Bildausschnitte und digitale Verfremdungen, dass seine Prints den Charakter von Gemälden annehmen.

Der gebürtige Leipziger und seit Jahrzehnten auch in der Recklinghäuser Kommunalpolitik umtriebige Joachim Polnauer lebt seine Objektkunst gemäß dem Credo: „Kunst beginnt dort, wo Geschmack aufhört. Absichten zerstören das Kunstwerk.“

Eva Smuk, die Wirtin der Tapasbar „Café Blond“, liebäugelt mit der Idee, sich ganz der freiberuflichen Kunst zu widmen. Seit 2008 studiert sie Foto-Design und zeigt eine Auswahl aus diversen künstlerischen Metiers.

Andrea Vorster und Andrea von Bardeleben wollen in ihren Bildern den „glücklichen Augenblick“ bannen. Die eine Namens-Cousine malt konsequent ungegenständlich, die andere pendelt improvisierend zwischen figurativ und abstrakt.

Die Arbeiten von Saridi (alias Sabine Riedel-Dieckmann) beschrieb die Kunsthistorikerin Anke Schmick etwas rätselvoll als „Objekte meditativer Betrachtung, die zur Konzentration auf einen Gedanken führen“. – Es gibt also einiges zu entdecken während des Kunstraum-Wochenendes.

Ralph Wilms

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