Dauerbrenner Deumu
08.09.2010 | 17:47 Uhr 2010-09-08T17:47:00+0200
Recklinghausen.Schöne Pläne gibt es für das Deumu-Gelände in Hochlarmark. Doch bevor sie realisiert werden können, muss das Gelände „entgiftet“ werden – und das dauert.
In den Rats-Unterausschuss Umweltschutz brachte Karl-Heinz Reckert, Leiter der Bodenschutzbehörde des Kreises, am Mittwoch nicht die ersehnte Botschaft mit, dass jetzt alles klar sei für den Sanierungsplan. Im Gegenteil. „Uns wurde vor einigen Tagen ein völlig neues Sanierungskonzept vorgelegt, dessen Wirksamkeit erst noch belegt werden müsste“, so Reckert.
Teerölrückstände einer Kokerei und Kohlenwasserstoffe aus dem Schrott-Schredder stecken im Deumu-Boden; auch das Grundwasser ist verseucht. Der Kreis ging bisher, so erläuterte Reckert, davon aus, dass diese Kontaminierungen auf klassische Weise beseitigt würden: durch Entsorgung des Bodens bzw. durch Einkapselung.
Nun habe die Eigentümerin, eine Projektentwicklungsgesellschaft aus Schermbeck, jedoch eine neue Variante präsentiert: Mit Hilfe von Sauerstoff sollen natürliche Reinigungsprozesse durch Schadstoffe fressende Bakterien gefördert werden. „Ein neuer Gutachter, der bereits entsprechende Versuche unternimmt, sitzt mit am Tisch. Aber die Wirksamkeit dieser Methode ist nicht nachgewiesen“, sagte der Mann aus dem Kreishaus. Positiv bewertete er, dass sich auch der Energieriese RWE an der Deumu-Sanierung beteiligt: Er trat die Rechtsnachfolge der Bergbaugesellschaft Harpener an, aus deren Kokerei große Teile der Verunreinigungen stammen. RWE wolle sich insbesondere um die erforderliche Grundwasser-Sanierung kümmern.
Karl-Heinz Reckert erwartet, dass kurzfristig ein konkretes Sanierungskonzept vorgelegt wird, damit spätestens in einem Jahr die Bodenreinigung beginnen kann: „Wir drängen auf eine baldige Lösung, können uns alternativen Vorschlägen aber auch nicht verschließen“, sagte er.
Die Kommunalpolitiker verlieren trotzdem langsam die Geduld. Der Grüne Dr. Tyge Claussen fürchtet, dass Deumu noch auf zehn Jahre ein Problemfall bleibt. Klaus-Dieter Herrmann (SPD) würde eine konventionelle Sanierung langwierigen Versuchen ebenfalls vorziehen.
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