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„Das wäre der Tod der Innenstadt“

24.07.2012 | 18:24 Uhr
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„Das wäre der Tod der Innenstadt“
Der Marktplatz in Recklinghausen ist zum Treffpunkt geworden..Bild Gerhard Schypulla WAZ FotoPool

Recklinghausen. Der „Arcaden-Bau“ ist nach Ansicht der Grünen nach wie vor eine Bedrohung für die Fußgängerzone der Innenstadt und für den Umsatz der Geschäfte des Einzelhandels. Dies erklärten die Grüne Bürgermeisterin Christel Dymke und der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Holger Freitag, nach einem Gespräch mit der Kar­stadt-Leitung Anfang der Woche.

Besonders der Bauzaun der aktuellen „Arcaden“-Baustelle wirke wie ein Riegel zur Innenstadt. Viele Kunden seien verunsichert und würden den Gang in die Innenstadt meiden. Ein vernünftiges Leitsystem, das deutlich – auch auf der Fläche des Bauzauns – in Augenhöhe Hinweise für die Kunden gibt, in welcher Richtung welche Geschäfte zu erreichen sind, könnte Abhilfe schaffen.

Darüber hinaus sollte es während der Bauzeit Parkplätze innerhalb und am Rand der Innenstadt geben, um kurze Wege der Kunden für den Transport schwerer Waren zu ermöglichen. Denkbar wäre hier die Öffnung der Schulhöfe von Fährmannschule und Gymnasium Petrinum als Parkplätze. Die Einrichtung eines Shuttle-Dienstes wäre eine weitere Überlegung, um besonders älteren Menschen den Weg in die Innenstadt zu erleichtern.

Was auf keinen Fall passieren sollte, da seien sich sich Grüne und Karstadt-Führung einig gewesen: Wenn P&C seine angekündigte Umbaumaßnahme demnächst startet, dürfe dabei auf keinen Fall die Schaumburgstraße zusätzlich gesperrt werden. Christel Dymke, stellvertretende Bürgermeisterin: „Das wäre der Tod der Innenstadt.“ Die in diesem Zusammenhang grundlegende Frage, nach der zukünftigen Innenstadt sobald die „Arcaden“ stehen, sollte nach Meinung der Karstadt-Verantwortlichen und der Grünen schnellstens an einem Runden Tisch geklärt werden, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Dazu gehört auch ein kluges Leerstandsmanagement für die Zeit nach 2014. Alle müssten dabei das gleiche Ziel haben, der Innenstadt und dem Handel auch nach 2014 ein Überleben zu sichern.

Karstadt ist für die Grünen ein wichtiger Ankermieter für die Innenstadt. Darüber hinaus ist Karstadt für die Grünen nicht nur größter Gewerbesteuerzahler, sondern zurzeit auch Garant für über 200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Das verdient nach Meinung der Grünen Solidarität, Unterstützung und Hilfe von Seiten der Politik und den Verantwortlichen der Stadt.

Peter Klingebiel, der zwar Geschäftsführer von Karstadt ist, aber als Vorsitzender der Werbegemeinschaft in der Innenstadt spricht, sieht sich in einem guten Dialog mit der Stadt: „Wir sind im Gespräch und werden zu einer Lösung kommen.“ Insbesondere für das Weihnachtsgeschäft müsse der Shuttledienst eingerichtet werden.

Grundsätzlich habe die Werbegemeinschaft nichts gegen den „Arcaden“-Bau. Vielmehr sei dies auch eine Chance, mehr Kunden in die Innenstadt zu locken. So katastrophal, wie dies bei dem einen oder anderen schon mal anklinge, sei die Situation nicht. Es müsse aber an der einen oder anderen Stelle nachgebessert werden. Das sehen auch andere Geschäftsleute so. Ihr wichtigstes Anliegen ist die Verbesserung der Parksituation. Parkplätze gebe es im Bereich der Innenstadt zwar genug. Nur seien die zu weit weg von den Geschäften.

Gut entwickelt habe sich die Situation auf dem Altstadtmarkt. Gerade jetzt, so Peter Klingebiel, bei dem Sommerwetter ist dies erkennbar. Cafés und die Außengastronomie sind rappelvoll.

Dieter Decker

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