Das Stonehenge des Reviers
21.12.2008 | 15:15 Uhr 2008-12-21T03:15+0100Hunderte Besucher kamen zur Wintersonnenwende auf die Halde Hoheward mit ihrem gigantischen Horizontobservatorium. Trotz orkanartiger Böen und prasselndem Regen.
Vest. Wintersonnenwende auf dem Horizontobservatorium Hoheward in Herten. Die Sonne hat am 20/21. Dezember ihren tiefsten Stand erreicht und markiert den Beginn des astronomischen Winters. Hunderte Besucher lauschten den Vorträgen über den kürzesten Tag und die längste Nacht von Ulrich Carow (RVR-Bereichsleiter) und Physiker Dr. Burkhard Steinrücken (Sprecher Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet, Leiter der Sternwarte Recklinghausen).
Die Halde Hoheward in Herten, ein künstlicher Tafelberg, dessen Gipfelplateau in 152 Meter Höhe thront. Von hier aus können Besucher von elf Aussichtsbalkonen übers Revier schauen. Und mit Hilfe des Observatoriums grundlegende Vorgänge des Kosmos beobachten. Zwei riesige Stahlbögen, die abends beleuchtet werden, teilen den Himmel dort oben in Ost- und Westhälfte sowie Nord- und Südhalbkugel ein. Sie dienen tagsüber als Sonnenkalender und nachts als Orientierungshilfe am Sternenhimmel.
Wie dieses Freiluftplanetarium funktioniert, erklärt Burkard Steinrücken, Leiter der Sternwarte in Recklinghausen: "Grundsätzlich lassen sich die Position und die Bewegung von Gestirnen am besten verdeutlichen, wenn sie an einem Kugelmodell erklärt werden. In herkömmlichen Planetarien projiziert man das Modell einer Kugel dazu an die Decke. In Herten findet man den großen Meridianbogen und den Äquatorbogen nun real vor. Außerdem stellt ein abgesenktes Forum in der Mitte des Observatoriums eine Art künstlichen Horizont dar. An seinem Rand finden Beobachter einige Peilmarken, die ihnen die Orientierung erleichtern."
Manche vergleichen die Hertener Halde schon mal mit den mystischen Steinkreisen im englischen Stonehenge, denn ihr architektonischer Aufbau ähnelt der Revier-Anlage. Die steinzeitliche Kultstätte wurde so erbaut, dass sie Beobachtungen der Sonne und des Mondes zu kultischen Zwecken diente. "Hoheward und Stonehenge folgen den gleichen Prinzipien", so Steinrücken. Es mache astronomische Phänomene mit bloßem Auge sichtbar. Beide Bauwerke beruhten auf Prinzipien der Symmetrie.