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Das Revier hat viele Gesichter

26.02.2010 | 17:50 Uhr
Das Revier hat viele Gesichter

Schüler des Max-Born-Berufskolleg zeigen Gemälde und Collagen zum Thema "Begegnungen im Ruhrgebiet". Das Projekt wurde initiiert von der Firma „Zimmer im Revier”.

Viel grau, viel schwarz, viel Industrie, viel Kohle, viel Maloche und doch: Viel grün, viel blau, viel Wald und Feld, viel Kunst, Kultur und Aufbruchsstimmung. Wer dem Ruhrgebiet ein künstlerisches Denkmal setzt, muss Vielfalt abbilden, muss das ganze Mosaik in einem einzigen Stein zeigen. Nichts für die leichte Schulter und zweifellos hätten die Schülerinnen und Schüler des Max-Born-Berufskolleg an dieser Aufgabe scheitern können. Sind sie aber nicht. Ganz im Gegenteil.

Zufrieden betrachtet Kathrin Urthlübbers ihr Werk: „Ich habe überlegt, was ich mit dem Ruhrgebiet verbinde und bin natürlich auf Kohle gekommen, auf Fördertürme, Lokomotiven, das Gasometer”, erzählt die 17-jährige Schülerin und deutet auf den grau-schwarzen Hintergund des Gemäldes. Davor aber hat sie Maschendraht gespannt, Fenster hinein geschnitten, bunte Papp-Hände aufgeklebt: „Weil es beim Thema Ruhrgebiet vor allem um Begegnungen geht. Um kulturelle, aber auch um die Begegnung von Neuem und Altem.” Die junge Frau hat ihr ganzes Leben in der Region verbracht: „Das Beste am Ruhrgebiet ist die Vielfalt. Hier leben Menschen aus ganz verschiedenen Kulturen zusammen. Aber auch die Landschaft ist total vielfältig. Es gibt Wiesen, Berge, Felder, aber eben auch Kraftwerke, Industrie.”

Facettenreich wie das Ruhrgebiet kommen auch die Arbeiten der 28 Schülerinnen und Schüler der Klasse A2G2 daher. Neben dem eindringlichen Portrait eines Bergmannes zieht ein Reißverschluss die schwarze Erde auf, Schattengestalten umlagern den urtypischen Kiosk und eine Tänzerin balanciert Bahnschienen entlang. Klassensprecherin Miriam Lammers lässt Pflanzen über Fördertürme wuchern. „Die Natur erobert sich die Zechengrundstücke zurück, wird wieder Herr über ihr eigenes Land”, verrät die 17-Jährige.

Initiiert wurde das Kunstprojekt von der Appartementvermittlung „Zimmer im Revier” und Inhaberin Martina Dietrich könnte zufriedener nicht sein: „Wahnsinn, wie vielschichtig diese Bilder geworden sind. Ich bin hin und weg.” Im Sommer sollen die Werke aus Recklinghausen gemeinsam mit den Arbeiten von Dortmunder Schülern ausgestellt und verkauft werden: „Die Hälfte des Erlöses bekommen die Schüler, die andere Hälfte wird einer gemeinnützigen Organisation gespendet”, verrät Dietrich.

Eine gute Sache, meint auch Lehrerin Tina Hein, unter deren Anleitung die Kunstobjekte entstanden: „Ich finde es ganz wichtig, dass die Schüler auch die Möglichkeit bekommen, ihre Werke der Öffentlichkeit zu zeigen und eben nicht nur fürs stille Kämmerlein arbeiten”, erklärt sie und lässt den Blick zufrieden schweifen, über rußschwarze Schlote, Schienen, Blumenwiesen und bunte Musikanten.

Katharina Müller

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