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6. Sinfoniekonzert

Das letzte Konzert der Romantik

07.02.2012 | 13:26 Uhr
Das letzte Konzert der Romantik
Petra Schmidt singt vier Lieder von Edward Elgar im ersten Teil des 6. Sinfoniekonhzerts. Foto: Mathias Schumacher / WAZ FotoPool

Recklinghausen.   Erneut verspricht die Neue Philharmonie am Sonntag, 19. Februar, einen funkelnden Elgar-Abend im Festspielhaus: mit Julius Berger und Petra Schmidt als Gästen.

Julius Berger ist einer der großen Namen unter den Cellisten internationalen Ranges. Er befreite mit seinen CD-Einspielungen die Cello-Konzerte von Luigi Boccherini aus tiefem „Dornröschen-Schlaf“ und erwarb sich damit bereits als 27-jähriger große Reputation am internationalen Markt. Bereits mehrmals gastierte der inzwischen 57-jährige Berger bei der Neuen Philharmonie Westfalen, erneut am Sonntag, 19. Februar, um 19.30 Uhr im Ruhrfestspielhaus.

Julius Berger, die Neue Philharmonie Westfalen und Generalmusikdirektor Heiko Mathias Förster widmen sich im 6. Sinfoniekonzert der Saison dem expressiven Cellokonzert von Edward Elgar aus dem Jahre 1919. Ein wehmütiges Werk, mit dessen elegischer Grundstimmung Sir Edward sich und seinen Zuhörern wie in einem Rückspiegel das 19. Jahrhundert noch einmal vor Augen führt.

Elgars spätes, unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg entstandenes Cellokonzert ist das letzte romantische Opus dieser Gattung. Mit großem Pathos, vor allem aber mit nostalgischer Wehmut beschwört er darin noch einmal jenen Zauber, der auch die großen Konzerte von Schumann und Dvorák oder auch Tschaikowskys „Rokoko-Variationen“ ausgezeichnet hatte: Die grandios „vollgriffige“ Geste, die ausdrucksvolle Kantilene in hoher Lage und die bravourös virtuose Passage.

Davor – als Erweckung einer englischen Grundstimmung dieses Konzertes – bietet das sechste Sinfoniekonzert vier Lieder für Sopran und Orchester von Edward Elgar, angestimmt von der am Musiktheater im Revier beheimateten Sopranistin Petra Schmidt. Selten aufgeführt und ungemein feinsinnig in der Tonsprache, zeigen sie eine nahezu unbekannte Variante der Musik von Elgar des frühen 20. Jahrhunderts.

Zuletzt hatte die Neue Philharmonie im April des Vorjahres einen zündenden Elgar-Abend geboten: damals mit „Cockaigne“ und mit jenen „Enigma“-Variationen, die um 1900 den internationalen Ruhm des Briten begründeten.

Nach der Konzert-Pause verschreiben Heiko Mathias Förster und die NPW sich erneut der Mahler-Pflege. Erklang im November letzten Jahres die tragische sechste Sinfonie, so folgt nun die Sinfonie Nr. 4 mit ihrer gemächlich-heiteren Grundstimmung. Nach den „Riesenbauten“ seiner drei ersten Sinfonien, ist die Vierte ein schlichtes „Häuschen“ mit bescheidenen Ausmaßen. So fehlen im Orchester sogar die Posaunen fehlen. Dafür tritt auch die menschliche Stimme hinzu, um herauszubilden, wofür diese Sinfonie steht: ein heiter-naives Volkslied für Sopran-Solo und Orchester.

Ralph Wilms

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