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Das fast lautlose Zweirad-VergnügenDas fast lautlose Zweirad-Vergnügen

16.09.2012 | 18:26 Uhr
Das fast lautlose Zweirad-VergnügenDas fast lautlose Zweirad-Vergnügen
WAZ-Redakteur Michael Jacobs (li.) auf Elektro-TestfahrtFoto: Joachim Kleine-Büning

Oer-Erkenschwick.   Der Oer-Erkenschwicker Ralf Czaplinski sorgt in Deutschland und Österreich dafür, Elektro-Motorräder der US-Marke Zero salonfähig zu machen.

Es sieht aus wie ein schlankes Motorrad und lässt sich auch so bewegen. Leicht ist die „Zero S - ZF 6“. Das Modell mit dem 6-kWh-Akku bringt 135 Kilo auf die Waage und schafft – theoretisch – eine Höchstgeschwindigkeit von 142 km/h und eine Reichweite von 122 Kilometern, das größere Modell mit dem 9-kWh-Akku (155 kg leicht) soll 183 Kilometer weit fahren können. „Realistisch sind bei der Großen aber eher 120, 140 Kilometer“, sagt Zero-Country-Manager Ralf Czaplinski. „Wer nicht die Statur eines Jockeys hat, der muss mit einer kürzeren Reichweite zurecht kommen.“

Auf dem ersten Blick erinnert die „Zero S“ an ein 250er Motorrad, schlank, wendig – für kurvige Touren bestens geeignet. Auf den zweiten Blick fehlen Teile, die jedes klassische Motorrad besitzt. Die linke Hand greift ins Leere – der Kupplungshebel ist nicht vorhanden. Auch der linke Fuß des Motorradfahrers sucht die Schaltwippe vergeblich. Ein Blick nach links und rechts – kein Auspuff. Statt Motor und Kühler befindet sich unter dem Sitz zwischen den beiden Rädern ein schwarzer Block – der Akku. Nahe der Hinterrad-Schwinge sieht man den Antrieb, einen grauen Elektromotor.

Nahezu geräuschlos unterwegs

Ungewöhnlich auch die Geräuschkulisse, denn als der 45-jährige Oer-Erkenschwicker mit dem Bike vorfährt, hört man nur ein leises unaufdringliches Summen – mehr nicht. Nicht das Blubbern eines V2-Motors, wofür die Marke Harley Davidson bekannt ist, für die er zuletzt gearbeitet hatte – ebenfalls als Country Manager. Dort betreute er die Harley-Händler in Norddeutschland, Dänemark und Polen. Seit Mai ist er einzig und allein für die Zero-E-Motorräder zuständig, versucht „in Deutschlands Metropolen und in Österreich ein Händlernetz für die Motorräder aus dem kalifornischen Santa Cruz“ aufzubauen.

„Noch fehlt uns ein Händler in Hamburg und in Berlin“, sagt Czaplinski, der dieses „Problem“ bis Ende des Jahres gelöst haben will. Im Ruhrgebiet gibt es bereits mit der Quality Improvement GmbH an der Katernberger Straße 107 in Essen eine Zero-Dependance, welche die Region bediene.

Dar Markt ist reif für E-Motorräder

Dass der Markt für E-Motorräder reif ist, davon ist der 45-Jährige voll und ganz überzeugt. „Zwar sind unsere Modelle nicht unbedingt günstig, doch der Spaßfaktor ist genauso wie die Alltagstauglichkeit vorhanden. Und beim Verbrauch sind wir unschlagbar“, so Czaplinski. Das Unternehmen rechnet mit Stromkosten in Höhe von einem Euro auf 100 Kilometern, das teuerste Modell, die „Zero S“ mit dem stärksten Akku kostet 13 995 Euro.

Die potenzielle Kundschaft dürfte nach den ersten Erfahrungen aus Motorradfahrern bestehen, die zurzeit auf den Premium-Marken wie BMW, Triumph und Harley Davidson unterwegs sind. „Als Zweitmotorrad oder für die Fahrt zur Arbeit sind sie bestens geeignet“, so Czaplinski. „Auch wenn man sich ein wenig umstellen wird.“

Michael Jacobs



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