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Kaum Nachwuchs

Chor-Szene hat Probleme

16.10.2012 | 06:00 Uhr
Chor-Szene hat Probleme
Abschied von der Bühne: Das Konzert am Sonntag war der letzte Auftritt von Heinz Stöck (8.v.r.). Der Mann hört auf – nach 55 langen und musikalischen Jahren.Foto: Lutz von Staegmann

Herten. Die Zeit, in der Männerchöre wie Pilze aus dem Boden schossen, ist lange vorbei, wie nahezu überall im Vereinsleben mangelt es längst am musikalischen Nachwuchs. Viele Aktive scheiden aus, ziehen weg, sind zu alt, zu krank, sterben – kaum jemand aber rückt nach. Eine Möglichkeit, den Rückgang zumindest zu verzögern: Man schließt sich zusammen.

„Es wird immer schwieriger“, weiß auch Willi Kirch, Vorsitzender des MGV Schlägel und Eisen, der seit drei Jahren zusammen mit dem Männer-Quartett 1926 Westerholt probt. Was die Zusammenschlüsse von Männerchören betrifft, sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. „Wir versuchen gerade, die Hertener Chorszene neu zu gestalten. Es kann sein, dass es demnächst nur noch einen Chor gibt.“ An externen Zuwachs nämlich glaubt Kirch nicht mehr. Die jungen Männer von heute, die hätten anderen Interessen.

Zur Jugendzeit von Heinz Stöck war das noch ganz anders. Der stieß vor bald 55 Jahren zu seinem MGV. „Durch die Kollegen“, erinnert sich der 90-Jährige, der damals im Übertage-Betrieb auf Schlägel und Eisen tätig war. „Ich habe immer gerne gesungen.“ Besonders Kirchenlieder wie den 140. Psalm. „Den habe ich sogar ganz allein bei der Hochzeit meiner Nichte gesungen. Das war schön.“

Musikalische „Europa-Reise“

Sonntag nun stand Stöck letztmals offiziell auf der Bühne, präsentierte mit seinen Mitstreitern und unter der Leitung von Michael Hartel im Glashaus die Ergebnisse der intensiven Zusammenarbeit.

Geboten wurde ein Streifzug durch Europa und die Welt, inspiriert von der Fußball-EM. Zum Auftakt gab’s einen Gruß an die Heimat, „Das Steigerlied“, a-cappella gesungen. Darauf folgte die Reise nach Österreich, als dessen Botschafter man Udo Jürgens ausgewählt hatte. Von dem gab es ein Medley zu hören, das immerhin an eine Fußballhymne erinnerte. Denn Jürgens’ „Zeig mir den Platz an der Sonne“ dient den Anhängern des FC Schalke 04 bekanntlich als Grundlage für einen Kurven-Hit. Mit dem Schlagerbarden ging es später in den Süden, zum „Griechischen Wein“. Abgeschlossen wurde alles mit der gesungenen „Europa-Reise“.

Als musikalische Gäste hatten sich die Männer einige singende Frauen geladen. So präsentierten die Sängerinnen des Frauenchors „Bella Musica“ aus Schermbeck Lieder aus dem Süden Europas und aus Lateinamerika. Dazwischen gab sich zudem die Solistin Anja Günther mit Operetten- und Musical-Hits ein Stelldichein.

Verstärkungen erwünscht: Der MGV Schlägel und Eisen und das Männerquartett Westerholt freuen sich über jeden, der Lust hat mitzusingen. Geprobt wird immer dienstags um 18 Uhr in der Gaststätte „Alt Westerholt“ an der Schloßstraße im alten Dorf. Info: Willi Kirch (02366 50 80 06)

Kira Schmidt


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