Brunnenwasser bleibt tabu
04.08.2011 | 17:48 Uhr 2011-08-04T17:48:00+0200
Haltern am See.Die gute Nachricht: Alle beim Kreis Recklinghausen bekannten zwölf Trinkwasserbrunnen in Sythen wurden beprobt und auf Sprengstoffe analysiert. Sowohl diese als auch der Brunnen des Freibads, der Silbersee II und der Flötenbach in Lehmbraken sind frei von sprengstofftypischen Verbindungen. Die schlechte Nachricht: Die Schadstofffahne bewegt sich weiterhin im bereits bekannten Umfang durch das Grundwasser. Dies ist kurz gefasst das Ergebniss der Beprobungen, die der Kreis im Frühjahr durchgeführt hat. An 64 Stellen wurde gebohrt, mehrfach wurden aus verschiedenen Tiefen Proben genommen. Zudem wurden weitere Brunnen gebohrt, aus denen ständig Proben entnommen werden. Bislang erwiesen sich die Standorte als schadstofffrei. Mit den neuen Messstellen sei, so eine Kreis-Sprecherin, das Kontrollnetz engmaschig geworden. Weitere Bewegungen der Schadstofffahne im Grundwasser könnten durch die „Polizei-Brunnen“ schnell festgestellt werden.
Außerdem konnte durch die Untersuchungen der Schadstoffkern eingegrenzt werden. Der Kreis geht davon aus, dass „die Kernzone auf einen schmalen Streifen zwischen der Münsterstraße etwa auf Höhe der Einmündung Wachholderstraße und der Straße an der Bleiche begrenzt ist“.
Parallel zu den regelmäßigen Grundwasseruntersuchungen werden die Arbeiten zu Boden- und Grundwassersanierungen auf und in der unmittelbaren Nähe des WASAG-Werksgeländes fortgeführt und ausgeweitet. Im Herbst sollen hier Feldversuche ausgeführt werden, um zu ermitteln, auf welche Art und Weise Ozon effektiv in grundwasserführende Bodenbereiche eingebracht werden kann. Mit Hilfe von Ozon soll durch chemische Oxidation eine Umwandlung der Sprengstoffrückstände in unschädliche Verbindungen erfolgen.
Eine hydraulische Sicherungsmaßnahme mit Förderung von belastetem Grundwasser und anschließender Abreinigung und Wiederversickerung wird bereits betrieben. Eine weitere Maßnahme wird derzeit vorbereitet. Hierzu wird aktuell ein Langzeitpumpversuch ausgeführt, wobei ermittelt werden soll, wie die zukünftige Sanierungsanlage zu dimensionieren ist.
Um ausschließen zu können, dass sich an eventuell bisher noch nicht bekannten Stellen belastetes Grundwasser aus dem Werksgelände in Richtung Lehmbraken ausbreitet, hat die untere Bodenschutzbehörde des Kreises Recklinghausen gefordert, weitere sieben Grundwassermessstellen entlang der südlichen Werksgrenze einzurichten. Außerdem soll eine weitere Grundwassermessstelle im westlichen Grundwasser-Abstrom errichtet werden. Schließlich ist noch der tiefste Ausbau einer Grundwassermessstelle im südöstlichen Vorfeld zu erstellen. Die weiteren Bohrarbeiten sollen noch im Herbst beginnen.
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