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Offener Garten

„Bin im Garten“

03.05.2011 | 17:28 Uhr
„Bin im Garten“
Adelheid Sicking (73) öffnet am kommenden Sonntag, 8. Mai, ihren 800 Quadratmeter großen Garten für die Öffentlichkeit. Foto:Joachim Kleine-Büning

Herten.„Bin im Garten“, verweist ein Schild an der Haustür des Pferdekamp 32 in die grüne Oase von Adelheid Sicking. Im Rahmen der „Offenen Gartenpforte Vest Recklinghausen und Umgebung“ bittet die Hertenerin Gartenliebhaber in ihren Garten.

Vor vielen Jahren thronten rings um die Rasenfläche noch große Bäume, die nicht nur starke Wurzeln schlugen, sondern auch der Unterbepflanzug die Sonne nahmen. Ein schattiges Plätzchen ist allerdings nichts für jedes Pflänzchen. „Rosen kann man an diesen Stellen nicht ziehen“, erklärt die 73-Jährige. Glücklicherweise fühlen sich Rhododendron und Azalee als Untergattung der Moorbeetpflanzen auch im Halbschatten wohl. Da uns Petrus bereits ein traumhaftes Frühjahr beschert hat, stehen sie in Sickings Garten schon seit April in voller Blüte.

„Der Frühling ist früher ins Land gezogen, eigentlich ist die Blütezeit im Mai“, freut sich die Hertenerin über die leuchtend pinken Blüten. Am ersten Mai kam sie daher auf den Gedanken, ihre Gartenpforte schon zwei Wochen früher zu öffnen. Der offizielle Termin am 22. Mai bleibt aber bestehen. „Die Besucher sollten diese Blütenpracht nicht verpassen“, schwärmt Sicking.

Der herrliche Lenz hat nur einen Nachteil: Es mangelt an natürlicher Bewässerung. Gut und günstig, dass es im Pferdekamp 32 einen hauseigenen Brunnen gibt.

Die frühreifen Beete sind zweifelsohne ein Blickfang, Adelheid Sicking hat aber noch mehr zu präsentieren: Im Hinblick auf ihre eigene Mobilität gestaltet sie die Grünfläche nach und nach in einen Seniorengarten um. Überzeugt führt sie eine Kantenschere mit verlängertem Griff vor. „Solche Gerätschaften gab es früher gar nicht.“

Rücken zum Wohle sei das heute anders. Außerdem sei sie der bequemen Pflege wegen auf Kletterrosen am Gerüst umgestiegen. „Im Garten mache ich so viele Meter wie meine golfenden Freunde“, wirbt sie für ihr Hobby. Nach vollrichteter Arbeit zieht sie mit dem Schatten und einem guten Buch von einem Bänkchen zum nächsten Stuhl. Auf ihren persönlichen Hort der Entspannung will sie deshalb auch im Alter nicht verzichten und ihn gerade für ihre fünf Enkelkinder halten. „Das ist seit 45 Jahren ein Familiengarten – und das soll er auch bleiben.“

Daher stehen am Tag der offenen Pforte Bälle, Boccia und Co. bereit, damit sich die kleinen Besucher nicht langweilen, wenn Eltern oder Großeltern mit der Gartenliebhaberin über die Bekämpfung lästiger Schädlinge philosophieren. Die Zikade zum Beispiel. Sickings Tipp: Bei Befall nicht nur die schwarze Knospe abschneiden, sondern sich gleich vom oberen Ast trennen. „Dort sitzen nämlich die Larven“, weiß die Expertin. Den Garten hält sie seit fast 50 Jahren grün und gesund, zum 40-Jährigen belohnte sie sich mit einer Skulptur. „Das ist Antje“, stellt sie die attraktive Dame vor, die sie in Gronau erworben hat.

Antje und Adelheid begrüßen interessierte Besucher an zwei Sonntagen, 8./22. Mai, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Mit viel Glück blühen dann schon die ersten Rosensträucher.

Jaqueline Fensch

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