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Ruhrfestspiele

Besucherrekord bei Ruhrfestspielen - Intendanz von Hoffmann wird verlängert

10.06.2011 | 14:17 Uhr
Besucherrekord bei Ruhrfestspielen - Intendanz von Hoffmann wird verlängert
Festspielleiter Dr. Frank Hoffmann (li.) und Verwaltungsdirektor Reinhard Strehlau präsentieren im Festspielhaus ihre Bilanz der Ruhrfestspiele 2011. Foto: Mathias Schumacher / WAZ FotoPool

Recklinghausen.Bisher besuchten 81 048 Gäste die 212 Aufführungen der 65. Ruhrfestspiele. Der Aufsichtsrat der Ruhrfestspiele hat am Freitag einstimmig beschlossen, den Vertrag des Festspielleiters Frank Hoffmann um drei Jahre zu verlängern.

Frank Hoffmann versuchte britisches Understatement. Der Intendant der Ruhrfestspiele sagte, „die Zahlen sind nicht ganz schlecht“ – und ließ dann Reinhard Strehlau den neuen Besucherrekord verkünden.

„Mit Stand von Donnerstag“, so der Geschäftsführer, besuchten 81 048 zahlende Gäste die 65. Ruhrfestspiele. Das sind (noch vor den beiden Abschlusskonzerten) bereits 280 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2009. Für das Sechs-Millionen-Budget der sechs Festspielwochen erzielte der Kartenverkauf bisher brutto 1,5 Mio Euro – rund 250 000 Euro mehr als der Wirtschaftsplan für 2011 angesetzt hatte.

„Traumhaftes“ Ergebnis

„Traumhaft“ nannte Reinhard Strehlau das Ergebnis fürs Große Haus auf dem grünen Hügel: Die großen Namen und Inszenierungen erreichten eine Auslastung von 91,1 Prozent. Das heißt: Die meisten Vorstellungen dort waren ausverkauft. Das Kleine Theater mitgezählt, besuchten mehr als 50 000 Gäste das Festspielhaus. Erstmals ermittelte die Festspielleitung getrennte Zahlen für „In“ und „Off“ – für die klassischen Ruhrfestspiele und fürs „schräge“ Fringe-Festival. Das ergab für Festspielprogramm eine Auslastung von 80 Prozent.

Intendanz verlängert
Hoffmann wirkt weitere drei Jahre

Der Aufsichtsrat der Ruhrfestspiele hat in seiner Sitzung am Freitag einstimmig beschlossen, den Vertrag des Festspielleiters Frank Hoffmann zu verlängern. Er gilt für weitere drei Jahre bis einschließlich der Festspielzeit 2015.

Auf Grund der erfolgreichen künstlerischen Arbeit der vergangenen Jahre sprach der Aufsichtsrat dem Intendanten einstimmig sein Vertrauen aus.

Dr. Frank Hoffmann ist seit September 2004 Intendant der Ruhrfestspiele. Er übernahm das Traditions-Festival, nachdem Frank Castorf während seiner Spielzeit 2004 die Ruhrfestspiele an den Rand des Ruins gebracht hatte.

Frank Hoffmanns Intendanz ist bereits 2006 und 2009 verlängert worden. Der 57-jährige Luxemburger ist zugleich – seit der Gründung im Jahr 1997 – Intendant des Theatre National du Luxembourg und Professor am Konservatorium seiner Heimatstadt.

Träger der Ruhrfestspiele sind der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Stadt Recklinghausen.

Für Fringe verkauften die Ruhrfestspiele 75 Prozent aller verfügbaren Karten. „Wir haben jetzt zwei Festivals“, so Reinhard Strehlau. 7733 Fringe-Fans erlebten 69 Vorstellungen. Vielleicht hatte auch der neue Standort des Fringe-Zeltes am Fuß des grünen Hügels einigen Anteil am Erfolg. Mit drei Zelten im Stadtgarten, so Frank Hoffmann, „hatten wir eine sagenhafte Festival-Atmosphäre“.

Es ist Bewegung – auch im Verhalten der Festspielkunden. „Es gibt Leute, die kommen abends und gucken, was läuft“, sagt der Festspiel-Chef ganz beglückt. So verbuchte Fringe bereits im Vorverkauf einen stattlichen Erfolg – während beim Festspielprogramm unerwartet viele Karten noch im Mai und Juni verkauft wurden, nämlich rund 10 000. Das Publikum scheint immer spontaner zu werden. Frank Hoffmann prägte gestern sogar den neuen Begriff der „Recklinghäuser Diskussions-Kultur“. Es war die feine Art des Luxemburgers, auf die teils heftigen Reaktionen – sei es auf „Paris, Texas“, teils auch auf die „Räuber“ – einzugehen.

Diskussions-Kultur

„Es gab Menschen, die schockiert waren.“ Doch auch die Erschrockenen seien wieder gekommen auf den Hügel. Im Namen vieler gastierender Ensembles wollte der Intendant ein Kompliment an das einzigartige Recklinghäuser Publikum weitergeben. „Auch Michael Thalheimer“, der Regisseur der streng-stilisierten „Maria Stuart“-Inszenierung, „war total erstaunt.“

Eigentlich das einzige Minus in der Erfolgsbilanz verbuchte das Theater Marl: mit „Iphigenie auf Tauris“ und zuvor „Anatevka“ und einer Auslastung von nur 53 Prozent. „Von Anatevka hatten wir uns mehr versprochen“, räumte Reinhard Strehlau ein. Damit lag die Konkurrenz im Gelsenkirchener Musiktheater vorn.

Ralph Wilms

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