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Kraftwerk

Befürworter melden sich zu Wort

24.08.2012 | 19:00 Uhr
Befürworter melden sich zu Wort
Eine Mappe mit Argumenten für das Kraftwerk und 2762 Befürworterstimmen übergab Karl-Heinz Brausen (rechts) an Norbert Römer.Fotos:Norbert Schmitz

Datteln. „Pflegen Sie trotz der unterschiedlichen Meinungen eine gute Nachbarschaft“, gab Norbert Römer den Mitstreitern um Karl-Heinz Brausen mit auf den Weg. Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion war am Freitag zu Gast in der Meistersiedlung. Hier, nur ein paar hundert Meter entfernt von dem mit Baustopp belegten Eon-Kraftwerk Datteln IV, herrschen zwei vollkommen unterschiedliche Meinungen hinsichtlich des Kraftwerksgiganten vor.

Karl-Heinz Brausen gehört zu den Befürwortern des Projektes. Das unterstrich er sehr deutlich im Gespräch mit seinem Gast aus Düsseldorf, der auf Vermittlung des neuen Dattelner SPD-Landtagsabgeordneten, Hans-Peter Müller, gekommen war. Sowohl Römer als auch Müller zählen ebenfalls zum Kreis derer, für die der Kraftwerksbau und die Inbetriebnahme aus Gründen der gesicherten Energieversorgung ein Muss darstellt.

Brausen, Sprecher der seit März 2012 bestehenden Initiative „Ja zu Datteln 4“, bat den Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, „das Verfahren bestmöglich zu begleiten, damit gerichtsfeste Beschlüsse gefasst werden“. Die Bevölkerung würde darauf warten, dass man sich in eine Richtung entscheidet und gesetzliche Vorlagen auf den Weg bringe. Die Aussage „die Landesregierung baut keine Kraftwerke und reißt keine ab“ sollte nach den Landtagswahlen mit deutlicheren Mehrheitsverhältnissen überdacht werden.

2762 Befürworterstimmen haben Karl-Heinz Brausen und seine Mitstreiter bis jetzt gesammelt, die sie zusammen mit den Argumenten, die aus ihrer Sicht für das Kraftwerk stehen, Norbert Römer mit auf den Weg nach Düsseldorf gaben.

Der bedankte sich sichtlich erfreut. „Wir haben zu wenig engagierte Bürger, die sich für solche Projekte einsetzen.“ Dass das Milliardenprojekt Datteln IV noch nicht am Netz sei, schob er der CDU-Landesregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers in die Schuhe, die Verfahrensfehler gemacht habe. Die jetzige NRW-Regierung wolle Vertrauensschutz auch dem Investor gegenüber geben. Allerdings, so Römer: „Wir brauchen Zeit und Geduld“.

Neuer Regionalplan

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster den Bebauungsplan der Stadt Datteln unter anderem aus dem Grunde gekippt hatte, weil der Kraftwerksstandort nicht mit der Landesentwicklungsplanung in Einklang zu bringen ist, arbeitet der Regionalverband Ruhr derzeit an einem neuen Regionalplan als Voraussetzung für einen neuen Bebauungsplan. „Ich bin zuversichtlich, dass alles gut gehen wird“, gab sich Norbert Römer optimistisch.

Während sich Karl-Heinz Brausen und seine Gäste startklar für einen Spaziergang zum Kraftwerk machten, hatten sich vor dessen Haus Gegner der IG Meistersiedlung mit Sprecher Rainer Köster versammelt. Er machte dem SPD-Landespolitiker – Kontaktaufnahmen zur zuständigen SPD-Landtagsabgeordneten Eva Steininger-Bludau verliefen bisher im Sande – deren Standpunkt deutlich. Köster mahnte in diesem Zusammenhang auch das schleppende Verfahren zum Klimaschutzgesetz an und äußerte seine Zweifel an einer gründlichen Rechtsprüfung.

Norbert Schmitz



Kommentare
25.08.2012
15:50
Wer ist Schuld?
von feder24 | #1

Zitat aus Bericht:....
..er der CDU-Landesregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers in die Schuhe,..
Na,na:
2. Zitat:..Nachdem das Oberverwaltungsgericht ...Bebauungsplan ..unter anderem ..gekippt hatte, weil ...nicht mit der Landesentwicklungsplanung in Einklang zu bringen ist...
Dieser Landesentwicklungsplan stammt aus 1996 (Regierung SPD-GRÜN) und wurde bisher! nicht geändert.

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