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Prozess

Bandidos-Kumpels in Recklinghausen vor Gericht

14.04.2010 | 21:02 Uhr

Herten. Sie kamen mit dicken Motorrädern, schweren Lederkutten und trugen ihre Stärke demonstrativ zur Schau: Zwei Dutzend Rocker verfolgten am Mittwoch ein Gerichtsverfahren in Recklinghausen. Unter ihnen ranghohe Vertreter der „Bandidos“. Angeklagt waren zwei ihrer Kumpel.

Ein 30-Jähriger aus Herten und ein 51-jähriger Mann aus Gelsenkirchen hatten zwei junge Männer (20 und 21) zu Raubüberfällen angestiftet. Der 51-Jährige wurde deshalb zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und der 30-Jährige, der auch noch wegen mehrerer Betrugsfälle angeklagt war, zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Mit Drohungen und Schlägen hatten sie die beiden jungen Männer gezwungen, am 19. November 2009 eine Tankstelle am Resser Weg und am nächsten Tag eine Spielhalle an der Bahnhofstraße zu überfallen. An der Tankstelle gab es 500 Euro Beute, der Überfall auf die Spielhalle scheiterte. Auf der Flucht wurden der 20- und der 21-Jährige gepackt. Auch sie wurden dafür zu Bewährungsstrafen von bis zu 22 Monaten verurteilt.

Genaue Hintergründe blieben schleierhaft

Die genauen Hintergründe blieben aber schleierhaft. Es ging um angebliche Schulden und die Forderung des 30-Jährigen, der 3500 Euro von den jungen Männern verlangte. Um Druck auszuüben, bedrohte er die beiden und ließ den 20-Jährigen von seinen Rocker-Freunden verprügeln. Wenn sie das Geld durch Überfälle nicht besorgten, dann „schneiden wir euch ein Ohr oder einen Finger ab“.

Nach den Geständnissen der jungen Männer nahm ein Spezialeinsatzkommando (SEK) den 30-Jährigen und den 51-Jährigen im Dezember fest. Auch die „Bandidos“ gerieten dabei ins Visier der Polizei. In ihrem Clubhaus an der Breite Straße soll der 20-Jährige zusammengeschlagen worden sein. Dort soll auch der 30-Jährige mit einem Gewehr hantiert haben. „Wir haben damit aber nichts zu tun“, sagte der Chef der „Bandidos“ Recklinghausen der WAZ. Die Angeklagten seien auch keine „Bandidos“, betonte er, sondern „angehende Mitglieder in einem befreundeten Motorradclub“.

Kaspar Kamp

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