Kultur
Ausstellung "HandArbeit" zeigt Kunst aus Draht
26.02.2010 | 15:34 Uhr 2010-02-26T15:34:00+0100
Herten. Diese Künstlerin ist auf Draht. Im wahren Sinne des Wortes. Die Bildhauerin Angelika Sumam zeigt in der Zeche Scherlebeck in Herten, was man alles aus Draht herstellen kann. Wirre Einzelteile ordnet sie zu geometrischen Strukturen.
Diese Künstlerin ist auf Draht. Im wahren Sinne des Wortes. Denn das Arbeitsmaterial der 57-jährigen Würzburger Bildhauerin Angelika Summa besteht vor allem aus jeder Menge blanken Stahldrahts. Was sie daraus kreiert, nennt die Künstlerin schlicht und ergreifen „Handarbeit”. Und so ist auch die Ausstellung betitelt, die am Sonntag, 28. Februar, um 11.30 Uhr in der Maschinenhalle der Zeche Scherlebeck an der Scherlebecker Straße 260 in Herten eröffnet wird. Hier kugelt sich die Kunst.
Angelika Summa bevorzugt vor allem die klare, geometrische Form und liebt ganz besonders die Kugel: „Ich mag diese schöne, geschlossene, energetische Form, die in sich ruht.”
Draht an Draht geschweißt
So blickt der Besucher der Maschinenhalle auf jede Menge Rundungen, auf dem Boden vor allem. Ein paar Mini-Kugeln zieren aber auch die Treppe. Geformt ist jede Kugel tatsächlich Stück für Stück in Handarbeit. Mit den verschiedensten Techniken wie Wickeln, Knoten, Knüpfen, Häkeln, Löten und Schweißen, formt sie aus Drähten filigrane Kleinobjekte ebenso wie wuchtige Skulpturen. Angelika Summa: „Ich schweiße Draht an Draht, knüpfe Knoten an Knoten. So wie viele Maschen einen Pullover ergeben, ensteht bei mir Element für Element ein Objekt.”
Die Ausstellung ist bis 21. März zu sehen. Öffnungszeiten: fr und sa 15-18 Uhr, so 11-18 Uhr. Zur Finissage musiziert die russische Geigerin Anna Zlotovskaya in einer Körperskulptur von Angelika Summa.
Die blutrote Stacheldraht-Kugel „Süß ist die Liebe” zum Beispiel. Das rundum stachelige Element wirkt wirkt aggressiv, bedrohlich, gefährlich, wie eben manchmal auch die Liebe. Andere Formen erinnern an federleichte Wollknäuel oder an Strukturen, die von Innen nach Außen wachsen.
Wirre Einzelteile werden zu geometrischen Strukturen
Das Einzelne und das Ganze, das Chaos und die Ordnung: Das sind Themen, die die Künstlerin umtreiben und die sich in ihren Arbeiten widerspiegeln. Wirre Einzelteile ordnet sie zu geometrischen Strukturen. Was voluminös und schwer ist, wirkt leicht und fragil. Summas „Sinnkugeln” variieren die Arbeitsweise der Künstlerin.
Den ungewöhnlichen Industrieraum lernte die gebürtige Bayreutherin erst vor der Ausstellung kennen und war auf Anhieb begeistert: „Ein toller Ort, mit dem die Arbeiten wunderbar korrespondieren. Feuer und Kraft und Energie sind schließlich auch das Thema des Ruhrgebietes.” Außerdem spiegeln sich die Formen in den Fenstern wider.
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