Ausgezeichnete Schmerztherapie
11.02.2009 | 18:37 Uhr 2009-02-11T18:37:00+0100
Die Marler Paracelsus-Klinik und das Recklinghäuser Knappschaftskrankenhaus wurden jetzt für ihre Konzeptionen zertifiziert
Vest. Schmerzen töten nicht? „Dieser Satz ist gefährlich falsch”, sagt Prof. Dr. Hans-Georg Bone, Chef-Anästhesist am Recklinghäuser Knappschaftskrankenhaus. Auch sein Kollege an der Paracelsus-Klinik, Prof. Dr. Holger Holt-husen, weiß: Patienten mit Schmerzen werden weniger schnell gesund. Sie haben ein höheres Risiko für Komplikationen wie Thrombosen, Lungenentzündungen, Embolien . . . Und: Nicht behandelte Akutschmerzen können zudem chronisch werden.
Auf dass es soweit erst gar nicht kommt (und weil es zudem eine ethische Verpflichtung zur Schmerzlinderung gebe, so Bone und Holthusen), erarbeiteten Ärzte und Pflegekräfte an der Paracelsus-Klinik und im Knappschaftskrankenhaus – den zwei Behandlungszentren des Klinikums Vest – Leitlinien und Konzepte zur Schmerztherapie. Beide wurden für diese bereits praktizierten Standards nun als „schmerzfreie Klinik” bzw. für ihre „qualifizierte Schmerztherapie” zertifiziert: die Marler vom TÜV Rheinland, die Recklinghäuser von der Gesellschaft für qualifizierte Schmerztherapie „Certkom”.
Schmerzmittel, die Patienten vorbeugend vor einer OP erhalten; Pumpen, mit denen sich frisch Operierte Schmerzmittel selbst verabreichen können (Überdosierung ausgeschlossen); ein Rund-um-die-Uhr-Schmerzdienst: Das Schmerzmanagement an den beiden Behandlungszentren des Klinikums Vest ist ähnlich.
Bliebe die Frage, ob die zwei Häuser nicht früher oder später ihre (jeweils vorm Zusammengang Ende 2008 begonnene) Zertifizierung vereinheitlichen? Holthusen: „Das wird irgendwann so sein.”
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