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Ausgefranstes am Rande der Ruhrfestspiele

26.05.2010 | 11:52 Uhr
Ausgefranstes am Rande der Ruhrfestspiele

Vest.Das Fringe-Festival in Recklinghausen hat es zur Markenreife geschafft. Mit dem Programm werden Besucher für die Ruhrfestspiele gewonnen, die etwa Schauspiel nicht als Nummer eins in ihrer persönlichen Favoritenliste führen.

Der Name ist Programm. Das Fringe-Festival bei den Ruhrfestspielen hat es zur Markenreife geschafft. Fringe - was so viel heißt wie Ausgefranstes am Rande - ist witzig, bunt, schrill, unterhaltsam – aber auch erfrischend anders. Es spielt sich am Rande der gängigen Kulturangebote ab. Mit diesem Programm werden Besucher für die Ruhrfestspiele gewonnen, die etwa Schauspiel nicht als Nummer eins in ihrer persönlichen Favoritenliste führen.

Drei Spielorte für das Festival sind eingerichtet. Im Zelt auf dem Schulhof des Gymnasiums Petrinum, in der Sparkasse Vest am Herzogswall und erstmals in der Kunsthalle am Hauptbahnhof. Dort begann Dienstagabend das Festival mit Eva Matthes. „Über uns der Himmel“ heißt ihre Programm, bei dem sie Lyrik und Chansons aus den letzten hundert Jahren vorträgt und singt. Täglich bis Sonntag, 30. Mai, ist sie ab 20 Uhr in der Kunsthalle zu sehen.

My Life with my Dogs.

Einen fesselnden Monolog hält Anneke Schwabe jeweils ab Freitag, 4. Juni, bis Freitag, 11. Juni in der Kunsthalle (20 Uhr). Eine Vorstellung, die Festspielleiter Hoffmann wärmstens empfiehlt.

Gospel, Motown-Musik und Chansons. Dies sind den Genres, die in der Sparkasse im Vest zu sehen sind. Our Lady J ist eine Größe der New-Yorker Gospelszene. Kenner schwärmen für sie und ihre Art der Interpretation des Gospels. Vorstellungen von heute, Mittwoch, 26. Mai, bis Freitag, 29. Mai, jeweils 20 Uhr.

Italiener kennen und können mehr als die Fanfarella. Antonio Forcione gehört zu ihnen. Der Akustik-Gitarrist präsentiert mit „Motown und Magic“ sein gefeiertes Programm. Klassik, Folk, Blues und Celtic bekommen bei ihm eine besondere Note. 2006 drehte Wim Wenders eine Konzert-CD mit dem Forcione-Quartet. Von Dienstag, 1. Juni, bis Samstag, 5. Juni, jeweils um 20 Uhr in der Sparkasse. Burkhard Klaußner ist nicht nur ein Charakter-Darsteller, er kann auch singen. Chansons präsentiert er vom Dienstag, 8., bis Freitag, 10. Juni, jeweils 20 Uhr (Sparkasse Vest).

Rezepte gegen das Grauen im Alltag: Das Theater Mogul und die Rannel Theater Companie präsentieren den HipHop mal anders. Witzig, als Körper-Komödie arrangiert, geht es von Mittwoch, 26., bis Sonntag, 30. Mai, jeweils 21 Uhr im Fringe-Zelt zu. Bereits um 17 Uhr ist an diesen Tagen ein Schauspiel „Everything must go“ der besonderen Art zu sehen. Mit dabei sind Puppen, Marionetten sowie Installationen per Video. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht.

Humoristisch präsentiert sich das Tanztheater Jean-Guillaume Weis im Stück „Bitte volltanken“ (26. bis 30. Mai, 19 Uhr). Getanzt wird auch vom 1. bis zum 6. Juni. Die Compagnie Epiderme gibt sich wandlungsfähig und zeigt Bilder der Metamorphose in Kaffka-Manier. Musikalisches Kabarett im Variete-Format zeigt die Gruppe Les Achrostiches (vom 2. bis 6. Juni, jeweils 21 Uhr). „Dass Hunde nicht lügen können“ – die internationale Truppe Nie berichtet darüber mit viel Live-Musik, Animation und Clownerie. Ein Schauspiel der unterhaltsamen Art. Vom 8. bis 11 Juni, jeweils um 17 Uhr. Um 19 Uhr gastiert das Finnische Tanztheater Trabssitteatteri und erzählt für Erwachsene und Kinder die Geschichte von Raphael. Punk und Pop präsentieren „Die Roten Punkte“ jeweils um 20 Uhr im Fringe-Zelt.

Doch auch außerhalb der Spielstätten gibt es was zu sehen, wenn die Walking Acts durch die Straßen der Stadt ziehen.

Dieter Decker

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