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Haldenführer Ruhrgebiet

Ausflug zur Halde General Blumenthal 8 in Oer-Erkenschwick

28.10.2012 | 17:49 Uhr
Ausflug zur Halde General Blumenthal 8 in Oer-Erkenschwick
Auf der Halde wird noch kräftig gestaltet. Bis alles fertig ist, werden noch Hunderte von Lastwagen ihre Ladung auf die Halde kippen.

Oer-Erkenschwick.  Mitten im Ruhrgebiet liegt ein Gebirge, das es vor einigen Jahrzehnten noch gar nicht gab: Die Halden und Deponien mit den Abfällen der Montanindustrie bilden mittlerweile eine beachtliche Bergwelt. Ein Ausflug zur Halde General Blumenthal 8 in Oer-Erkenschwick.

Als wär‘s ein natürlich gewachsenes Stück vom Haardvorland – so soll das Gelände der früheren Schachtanlage Blumenthal 8 nebst Abraumhalde einmal aussehen. Die Zukunft des Areals an der Stadtgrenze zwischen Oer-Erkenschwick und Marl kann man auf einer Schautafel, schön versteckt am Zugang Johannesstraße, schon seit geraumer Zeit studieren.

Auf der leicht verblichenen Tafel sind nicht nur die geplanten Wanderwege verzeichnet, sondern auch Bepflanzung, Steinschüttungen, Aussichtspunkte und (!) Fledermausstollen. Zwar wurden die Zechenanlagen schon 2004 abgerissen und der Schacht bereits 2002 verfüllt, dennoch müssen Neugierige sich in Geduld üben. Das für die Haldengestaltung nötige „Bodenmanagement“ wird sich noch ins Jahr 2011 hinziehen.

Betreten verboten

Steckbrief

Stadt/Stadtteil: Oer-Erkenschwick/Siepen

Fertigstellung: voraussichtlich 2013

Zugänglichkeit: nein

Art/Form: Abraumhalde, Landschaftsbauwerk

Eigentümer: Ruhrkohle AG

Höhe über NN: ca. 75 m (2009)

Höhe über Niveau: ca. 20 m (2009)

Fläche: ca. 20 ha

Anfahrt/Parken: Johannesstraße, Brandstraße

2013, so schätzt die Eigentümerin des Geländes, die RAG Montan Immobilien GmbH, wird es wohl werden, bis alle Rekultivierungs- und Gestaltungsmaßnahmen abgeschlossen sind und das etwa 20 ha große Gelände der Natur und den Erholung suchenden Menschen zurück gegeben werden kann. Bis dahin heißt es aber erst mal: Betriebsgelände! Betreten verboten! Selbst wenn diese Verbote und Warnungen auf verrosteten oder verblichenen Schildern kaum mehr lesbar sind.

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Dieser Text stammt aus dem Buch "Über alle Berge - Der definitive Haldenführer Ruhrgebiet", erschienen im Klartext Verlag. Hier geht's zum Onlineshop.

Und wenn die Obstwiesen am Südhang (Brandstraße) noch so sehr verlocken. Oben auf der Halde ist es nämlich noch ziemlich unwirtlich und nicht ungefährlich. Genießen kann man allerdings jetzt schon den schönen Rad- und Wanderweg längs des Silvertbaches am nördlichen Rand der Halde. Der war früher mal eine Bahntrasse („Ewaldbahn“), auf deren Fortsetzung man bis ins Zentrum von Oer-Erkenschwick radeln kann.

Wolfgang Berke und Manfred Vollmer (Fotos)

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