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Bundeswehr-Reform

Aus fürs Kreiswehrersatzamt

26.10.2011 | 17:13 Uhr
Aus fürs Kreiswehrersatzamt
Foto: Dirk Bauer / WAZ

Recklinghausen.Die Nachricht kam per E-Mail: Das Kreiswehrersatzamt in Recklinghausen gehört zu den Bundeswehrstandorten, die geschlossen werden. Betroffen von dieser Entscheidung sind aktuell 53 Mitarbeiter. Zehn Arbeitsstellen wurden bereits im Laufe des Jahres abgebaut.

Die Mitarbeiter traf die Nachricht allerdings doch überraschend. Sie hatten gehofft, von den Schließungsplänen in Recklinghausen verschont zu bleiben. Zwar wird seit der Reform der Bundeswehr niemand mehr am Elper Weg gemustert. Dennoch gab es allerhand zu tun. Im ersten Halbjahr informierten sich über 100 junge Menschen über berufliche Möglichkeiten in der Bundeswehr oder wollten andere Dinge über den freiwilligen Dienst wissen.

Im Außendienst in Schulen und auf Messen und in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit wurde für den Dienst in der Bundeswehr geworben. Einigermaßen erfolgreich, wie im August der stellvertretende Leiter des Amtes, Herbert Schmitz, erklärte. 284 junge Menschen konnten für den Dienst in der Bundeswehr allein in den ersten sieben Monaten des Jahres gewonnen werden. Etwa 200 „Kunden“ pro Monat wurden im selben Zeitraum von den Mitarbeitern betreut. Mit diesen Zahlen und denen der Außeneinsätze bewegte sich das Recklinghäuser Kreiswehrersatzamt im oberen Bereich der 52 Standorte in der Bundesrepublik. Das nährte die Hoffnung, dass die Stilllegungspläne Recklinghausen nicht erfassen würden.

„Wir wissen nicht, wie es jetzt weiter geht“, sagte Anke Rohmann, Leiterin des Kreiswehrersatzamtes. Ihr liegen keine Informationen vor, wann die Schreibtische nun endgültig geräumt werden müssen.

Die SPD-Bundestagsabgeordneten Frank Schwabe und Michael Groß kritisierten den Beschluss, alle Kreiswehrersatzämter zu schließen und stattdessen ein landesweites Zentrum für die Nachwuchswerbung in Düsseldorf zu etablieren. Sechs Mitarbeiter sollen als Außenstelle in Recklinghausen bleiben. „Aufgrund der optimalen Lage, der guten Gebäudesubstanz und der motivierten Mitarbeiter hätte es Sinn gemacht, das Kreiswehrersatzamt Recklinghausen in ein Karriere-Center für den Ballungsraum Ruhrgebiet zu überführen.“

Dieter Decker

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