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Kulturfest

Auf Messers Schneide

10.01.2012 | 16:47 Uhr
Auf Messers Schneide
Bunt geschmückt sind die Boote des Lampion-Korsos, der fester Bestandteil eines jeden Kanalfestivals ist. Die Hoffnung, dass es auch 2012 das traditionsreiche Fest gibt, sind leicht gestiegen. Foto: Joachim Kleine-Büning

Datteln.  Ein neuer Nachfolger für den Vorsitzenden der IG Kanalfestival, Ludger Grundmann, ist in Sicht. Allerdings hat sich der Kandidat eine einwöchige Bedenkzeit erbeten.

Noch ist nicht alles verloren: Es scheint, dass ein Nachfolger für Ludger Grundmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kanalfestival (IGK), gefunden ist. Und so könnte die kulturelle Großveranstaltung am Dattelner Meer, das Kanalfestival, doch noch vom 17. bis 19. August ihre 43. Auflage erleben.

Kurz nach dem Kanalfestival 2011 hatte nämlich der langjährige IGK-Vorsitzende Ludger Grundmann angekündigt, bei der nächsten Jahreshauptversammlung nicht mehr antreten zu wollen – ohne Vorsitz kein Verein. Dem Kanalfestival 2012 drohte das Aus. Zwischenzeitlich begaben sich drei Bewerber für den Posten in den Ring, die jedoch dem IGK-Vorstand nicht zusagten, die mit ihren Konzepten, ihrem Einsatz nicht den Erwartungen entsprachen.

Bei einer Sondersitzung des Vorstands am vergangenen Montag wurde ein neuer Kandidat vorgestellt. „Er kennt das Kanalfestival, ist also kein Neuling. Allerdings hat er sich noch eine Woche Bedenkzeit erbeten“, sagt Ludger Grundmann. Sofern dieser grünes Licht gibt, soll er bei der Jahreshauptversammlung am 6. Februar gewählt werden.

Trotzdem steht das Kanalfestival auf Messers Schneide, schließlich müssen noch die „Main Acts“ gebucht werden. Kein leichtes Unterfangen, wie Michael Hans vom Kulturbüro Datteln weiß, der zusammen mit Grundmann viele Jahre die Kulturveranstaltung betreute und als guter Freund und Ratgeber den Sitzungen der IGK beiwohnt: „Wir warten täglich auf die Entscheidung, sonst läuft uns die Zeit weg. Für die Verpflichtungen von Haupt-Acts ist es heute schon sehr, sehr spät.“ Er muss es wissen, hat er doch mit seinem Kulturbüro-Team bereits jetzt Künstler-Auftritte für 2013 in der Stadthalle in trockenen Tüchern. Man komme zwar kurzfristig an interessante Künstler, doch die Gagen bei Open-Air-Veranstaltungen seien „nicht unbedingt preiswert“. Man müsse so früh wie möglich buchen, um die Kosten im Griff zu haben.

Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer: 1994 musste die Kommune aufgrund ihrer prekären finanziellen Situation die „freiwilligen Ausgaben“ streichen und nur durch die Gründung der Interessengemeinschaft Kanalfestival – damals noch nicht als eingetragener Verein – konnte das Festival gerettet werden.

Und so finanziert die IGK seit 1994 das Kulturprogramm des Kanalfestivals. Die Gestaltung des Programms erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt, die weiter einen finanziellen Zuschuss leistet. „Das sind jetzt aber nur noch 6000 oder 7000 Euro. Bei einem Gesamtbudget von über 300 000 Euro ist das nicht viel“, so Ludger Grundmann. Sollte allerdings der Kandidat ablehnen, „ist das das Aus für das Kanalfestival. Aber soweit wollen wir noch nicht denken, schließlich haben wir noch eine Galgenfrist von einer Woche“.

Michael Jacobs

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