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Auf den Spuren der Industriebahnen in Marl

12.02.2010 | 15:12 Uhr

Marl. Sein erstes Buch trieb dem Leser Tränen in die Augen. Arnd Moskon hatte zur Verabschiedung eines Kollegen Bilder und Texte über die Werkseisenbahn der Chemischen Werke binden lassen. Zehn Jahre später, gibt es das Thema dieses Buches Industriebahnen in marl in 1000facher Ausführung.

Marl. Sein erstes Buch trieb dem Leser Tränen in die Augen. Arnd Moskon hatte zur Verabschiedung eines Kollegen Bilder und Texte über die Werkseisenbahn der Chemischen Werke zusammengetragen und binden lassen. Gerührt nahm er das Geschenk entgegen. Zehn Jahre später, gibt es das Thema dieses Buches „Industriebahnen in Marl” in 1000-facher Auflage.

„Ein spannendes Thema”, meinte Bürgermeister Werner Arndt bei der Vorstellung des historischen Bildbandes in der Stern-Bücherei. „Spannend” ist es, wenn man - wie der Bürgermeister - in der Jugend in Brassert gespielt hat und Zechenbahnen zum täglichen Bild gehörten. „Für mich ist der Bildband ein Blick zurück in die Kindheit.”

Für den Autor, 1966 in Marl geboren, war das schon anders. Der spielte mit der Modelleisenbahn und machte seine Begeisterung später zum Beruf. Seit 1993 ist er Lokomotiv- und Rangierführer im Chemiepark. Er sammelte Bilder und Texte.

Heimatforscher Helmut Madynski holte den Familienvater (von mittlerweile vier Kindern) in die Geschichtswerkstatt des Heimatvereins und konnte ihn überzeugen, das Buch über die Industriebahnen zu erstellen. Aus den Archiven und der eigenen Sammlungen wurden 119 bisher weitgehend unveröffentlichte Aufnahmen aus den Jahren 1901 bis 1975 ausgewählt. Sie zeigen den Bau der Grubenanschlussbahnen der Zechen Auguste Victoria und Brassert sowie der Werksbahn der Chemischen Werke. Der Bau der Bahnstrecken, die verschiedenen Lokomotivtypen und der Alltag von Lokführern sind zu sehen. Technikfans kommen in diesem Bildband ebenso auf ihre Kosten wie Freunde der Marler Geschichte.

Bei der Lektüre wird klar, dass der Aufschwung von Bergbau und Chemie ohne die Eisenbahn gar nicht möglich gewesen wäre. Millionen Tonnen gingen und gehen jährlich über die Schienen. Der Chemiepark schickt übrigens heute zwei Drittel über die Schienen von AV, ein Drittel geht über das wesentlich später gebaute Band der V 9.

Der Traumberuf Lokomotivführer hat für Arnd Moskon mittlerweile an Glanz verloren. "Früher erledigten wir die Arbeiten zu dritt, heute macht das nur noch einer." Das Thema Industriebahnen aber fasziniert ihn weiter. ben

Gert Eiben

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