Auf dem Forumsplatz und im Marler Stern spielt Kultur die Hauptrolle
14.04.2010 | 14:56 Uhr 2010-04-14T14:56:00+0200
Marl.Das ist das Motto des großen Programmabends am Samstag heißt „Mensch, Kohle, Stahl“. Was da auf dem Forumsplatz am Marler Stern über das Pflaster gehen soll, ist für Stefan Belz von der Essener Event-Agentur Stamm & Belz so etwas wie der Karneval der Kulturen.
„Ich glaube, dieses Projekt wird dem Local-Heroes-Gedanken gerecht“, sagte er am Dienstag bei der Präsentation des Programms in der Nacht der Kultur. Das Motto „Mensch Kohle Stahl“ wird ab 19.30 Uhr auf äußerst vielseitige Weise dargestellt.
Vor die große Gesamtpremiere stellte Olaf Magnusson als Vertreter des Stern-Managements und der Werbegemeinschaft gestern seine Anerkennung für die beteiligten Gruppen. Voran die Gruppe „Kunst im Stern“, „ohne die dieses Konstrukt gar nicht möglich gewesen wäre“. Mit Stefan Belz als Event-Profi und der Werbegemeinschaft als finanziellem Rückgrat werde die Aktion starten. Und: „Man merkt, welche Kraft sich aus solchen Anstößen wie der Local-Heroes-Woche entwickeln kann. Hier geschieht nicht irgendwas zur Ruhr 2010, nein, hier gibt es etwas ganz Spezielles aus der Region.“
Und das „Spezielle“ kann sich wirklich sehen lassen. Die Rope-Skipping-Truppe der Marler Frösche eröffnet das Showprogramm auf dem Forumsplatz, der anschließend von der Gesangsgruppe des afrikanischen Kulturvereins Bondeko in Beschlag genommen wird. Der noch junge griechische Kulturverein Neo Elllas aus Herten schickt seine Erwachsenen-Tanzgruppe danach ins Rennen. Eine Premiere in jeder Beziehung. Um 20.30 Uhr beginnt dann ein besonderes Highlight: Das Didgeridoo-Duo JoPhi (von Joshua und Phillip) und die Rhönradgruppe des Linden-Dahlhauser Turnvereins haben eine gemeinsame Vorstellung einstudiert. Da schwärmte schon Dienstag Stefan Belz von diesem Zusammenspiel der „archaischen Steinzeitinstrumente und des Aufkommens der Technik“. Die Künstler haben daran anschließend eine kurze Verschnaufpause, wenn Bürgermeister Werner Arndt und ein Vertreter der Marler Werbegemeinschaft Kulturschaffende und Besucher begrüßen.
Kunstliebhaber können während der Ausstellung zu „Mensch Kohle Stahl“ schon einmal sehen, ob sie eines der zwölf Exponate ersteigern möchten.
Alle Kunstwerke im Atelier „Kunst im Stern“, die am 7. Mai „unter den Hammer“ kommen, werden mit Startpreisen ausgestattet.
Glücklicher Empfänger des Verkaufserlöses ist die Kinder- und Jugendbibliothek Türmchen. Die gute Lesestube für die kleinen und jungen Leseratten ist vor rund einem Jahr um einen Lesegarten erweitert worden. Es gibt tägliche Aktionen wie (Vor)Lese- und Bilderbuchstunden für unterschiedliche Altersgruppen.
Keine Frage: All das und noch viel mehr Lesestoff kostet Geld. Von daher dürften die Macher des Türmchens die Daumen für am Ende möglichst hohe Versteigerungssummen drücken.
Dann legen sich die Tänzerinnen und Tänzer der Tanzschule Klein ins Zeug. Kirsten Klein verriet gestern nur soviel: „Wir haben versucht, das Motto Mensch, Kohle, Stahl in die Choreografie einzubinden.“ Ballett und Modern Dance gepaart mit viel Lifts wurden einstudiert . Unter der Leitung von Andrea Kittel singt dann der 80- bis 100-köpfige internationale Kinderchor, bevor es Gänsehaut-Feeling gibt. Denn mit dem Einmarsch der Gruppe Stahl Fatal, die laut Stefan Belz aus allem Musik machen, was Töne hergibt, wird der Höhepunkt des Abend eingeleitet: die feierliche Entzündung der Schrift Skulpturen „Mensch Kohle Stahl“. Wie bei der Eröffnungsfeier der Ruhr2010 in Essen, so folgt denn auch in Marl die Grönemeyer-Hymne „Komm zur Ruhr“ . Allerdings in einer Version, „die man so im Radio noch nie gehört hat“. Stahl Fatal begleitet die Ruhrhymne live und die Tanzschule Klein setzt ihre Körperkunst ein.
Ab 22.30 Uhr ist dann die bis jetzt gut gehütete Ausstellung Mensch Kohle Stahl im Marler Stern zu sehen. Dabei sind auch Exponate auswärtiger Künstler, etwa von Christoph Richter aus Hamburg oder Hannes Petschner aus Graz. In die Vernissage eingebunden ist eine Lesung mit Grimme-Preisträger Peter Zingler. Die Kunstwerke sind nach Local Heroes in Marl noch bis zum 7. Mai zu sehen. Zwölf Exponate werden bei der Finissage übrigens für einen lokalen Zweck versteigert (siehe Infobox).
Fehlt noch eine winzige Kleinigkeit mit großer Auswirkung: das passende Wetter. Das Showprogramm auf dem Forumsplatz ist bei zu viel Wind oder bei schlechtem Wetter nicht unbedingt mit der nötigen Leichtigkeit zu absolvieren. Zum Beispiel, was die Rhönradgruppe oder die Tänzer betrifft. Aber, wie sagte Olaf Magnusson so schön mit den Fußballtrainern dieser Welt: „Wichtig ist auf dem Platz.“
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