Das aktuelle Wetter Unser Vest 3°C
Wirtschaftsförderung

Anlagenbauer Felco kommt

20.09.2012 | 19:18 Uhr
Anlagenbauer Felco kommt
Vorbereitet ist das Areal an der Schmalkalder Straße für den Bau von zwei Felco-Hallen.Foto: Joachim Kleine-Büning

Recklinghausen. Ein großer Arbeitgeber geht voraussichtlich, in den nächsten Monaten wird das Windelwerk Ontex an der Blitzkuhlenstraße vermutlich dicht gemacht. 300 Arbeitsplätze in der Region und eine siebenstellige Summe an Gewerbesteuer für die Stadt drohen verloren zu gehen. Immerhin entsteht einige Hundert Meter Luftlinie weiter etwas Neues.

Die Hülpert-Gruppe aus Dortmund baut für 5,6 Millionen Euro ein schickes neues Porsche-Zentrum (die WAZ berichtete) an der Schmalkalder Straße. Im Mai 2013 soll der Betrieb aus Süd nach Recklinghausen-Ost verlegt werden. In unmittelbarer Nähe, eingerahmt vom Recklinghäuser Logistikunternehmen Redemann und dem bundesweit tätigen Lkw- und Auflieger-Vermieter Pema siedelt sich zum nahezu zum gleichen Zeitpunkt die Firma Felco GmbH an.

Gewerbesteuer-Einnahmen
Gewerbesteuer-Einnahmen

Unternehmen in der Stadt spielen nicht nur als Arbeitgeber eine große Rolle, sondern auch als Steuerzahler. Im ersten Halbjahr 2012 nahm Recklinghausen Gewerbesteuern in Höhe von insgesamt 19 242 000 Euro ein.

Dies ist ein Rückgang gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (21 868 000 Euro). Insgesamt nahm die Stadt im Jahr 2011 Gewerbesteuern in Höhe von 37 923 000 Euro von ihren Betrieben ein.

Der Industrieanlagenbauer kommt aus Herne, wo er mangels Platz seine Expansionspläne nicht verwirklichen konnte. Auch er investiert mehrere Millionen Euro. Demnächst werden auf dem 11 000 Quadratmeter großen Grundstück die Fundamente für zwei etwa 9,50 m hohe Hallen mit einer Fertigungsfläche von insgesamt 2500 m² gelegt. In drei Wochen sollen die Stahlkonstruktionen errichtet werden. Im Bau ist außerdem schon ein Bürogebäude mit einer Fläche von 600 m².

Zwei große Hallen geplant

„In Recklinghausen ging alles ganz schnell“, freut sich Geschäftsführer Hans-Jürgen Schaar über die Einigung mit der Stadt und die gute Betreuung durch die Wirtschaftsförderung. Etwa 300 Mitarbeiter hat sein 1982 gegründetes Unternehmen, das Anlagen in vielen Branchen erstellt und zu dessen Kunden RWE, Veba und Steag, Degussa, BASF oder BP gehören. Möglicherweise kommen in Recklinghausen auch noch einige Stellen dazu. Interesse an guten Facharbeitern bestehe immer, so Schaar. Seine Firma denke auch darüber nach, am neuen Standort selbst auszubilden.

Hernes Manko ist offenbar, dass es keine geeigneten Flächen in ausreichender Zahl für Betriebserweiterungen hat. In der Nachbarstadt hat Felco noch eine große Halle des ehemaligen Anlagenbauers GEA gemietet, die indes nicht ganz seinen spezifischen Anforderungen entspricht und im Winter extrem hohe Heizkosten verursacht.

Noch genügend Platz da

Recklinghausen kann derweil noch mit einem wuchern: Genügend Platz für Ansiedlungen im nahezu individuellen Zuschnitt. Das Gewerbegebiet Ortloh bietet Optionen. Und dann ist da ja auch noch das Areal auf dem früheren Zechengelände von General Blumenthal an der Herner Straße – die sogenannte gewerbliche Mitte.

Die indes wäre für Felco womöglich nicht in Frage gekommen. Denn am liebsten sähe es die Stadt, wenn in unmittelbarer Nähe zu Zentrum ein Komplex mit architektonisch anspruchsvollen Bürogebäuden entstünde. Für die Entwicklung hat sie eine Unterstützung von 17 Millionen Euro vom Land, eine 90-prozentige Förderung, beantragt. Die Eigenmittel in Höhe von 1 Millionen Euro hat sie im Frühjahr aus dem Haushalt genommen, wegen der damals herrschenden Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Stärkungspakt.

Nun, da am Montag vermutlich der in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung aufgestellte Haushaltssanierungsplan (HSP) angenommen wird, der gute Chancen auf eine Genehmigung haben dürfte, eröffnen sich neue Chancen. Kommt das Okay zum HSP, ist die Stadt wieder freier in ihren Entscheidungen und womöglich in der Lage, im Haushalt 2013 die Eigenmittel für die Blumenthal-Entwicklung einzustellen. Und die Förderung? „Der Antrag hat gute Chancen“, hieß es schon im März bei der Bezirksregierung. Fließen die Mittel, eröffnen sich mittelfristig weitere Ansiedlungsmöglichkeiten für Firmen – aus Herne oder woher sie auch immer kommen mögen.

Andreas Rorowski

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7118418/create

Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Fotos und Videos
Installationen von Young-Jae Lee
Bildgalerie
Schiffshebewerk
Von Aqua Zorbing bis Zumba
Bildgalerie
Aktiv und fit
Jetzt geht's los!
Bildgalerie
Blumen- und Gartenmarkt
Ab auf die Insel
Bildgalerie
Almauftrieb
Aus dem Ressort
Mann entblößte sich am Wesel-Datteln-Kanal in Marl
Exhibitionist
Ein Mann ließ am Wesel-Datteln-Kanal in Marl seine Hose herunter und entblößte sein Geschlechtsteil. Eine 47 Jahre alte Radfahrerin aus Marl sah das und verständigte die Polizei. Die bittet nun um Hinweise.
Das Theater ist meine Heimat“
Vest
Mehr als 30-mal hat er das Stück inzwischen gespielt. Und noch immer hat Samuel Finzi viele Fragen an Sebastian Hartmanns Version von Falladas Roman „Der Trinker“. „Alles andere wäre langweilig. Diese Arbeit ist ein Kunstwerk, der Versuch einer Analyse. Keine Milieustudie. Es geht um den Menschen,...