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Das Sparpaket

„Angriff auf die Südstadt“

31.05.2010 | 17:27 Uhr
„Angriff auf die Südstadt“

Recklinghausen.Diese Verabredung ist keine echte Überraschung: CDU, Grüne und FDP, das Jamaika-Bündnis im Rat, haben sich auf die Schließung der Verwaltungsstelle im Stadthaus Süd und des Fritz-Husemann-Hauses in Hochlarmark verständigt .

SPD und IGBCE haben prompt mit heftigem Protest reagiert. Die Koalitionäre wollen mit diesen beiden Maßnahmen insgesamt über 400 000 Euro einsparen. Keine kleine Summe, angesichts des Haushaltslochs von aktuell 70 Millionen Euro aber doch nicht viel mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Aus der Sicht von SPD-Fraktionschef Frank Cerny allerdings auch „ein Angriff auf die Recklinghäuser Südstadt“. Die Maßnahmen passten auch gar nicht in die Ziele des Programms „Soziale Stadt“, das mit riesigem Aufwand erst für Hochlarmark und jetzt für Süd/Grullbad durchgeführt werde. Nun werde die Infrastruktur „wieder zerschlagen“.

„Wir geben nicht auf, da können Sie sicher sein“, verspricht Michael Lennartz, der Vorsitzende der Ortsgruppe Hochlarmark in der Industriegewerkschaft Bergbau, die zu den Hauptnutzern des – nach einem Bergarbeiterführer benannten – Husemann-Hauses gehört. „Wir werden um das Haus kämpfen, auch wenn der Kampf wahrscheinlich aussichtslos sein wird“, erklärte Lennartz am Montag in einer Stellungnahme.

Die SPD-Ratsfraktion will sich am 13. Juni zu einer Haushaltsklausur zurückziehen, auch, um eine mögliche Anhebung der Gewerbesteuer zu diskutieren. Noch offen, ob die Sozialdemokraten mit neuen Vorschlägen in die Ratssitzung am 28. Juni ziehen werden. Einen Sparplan haben die Genossen bereits vorgelegt: die Schließung des Vestischen Museums an der Hohenzollernstraße. Frank Cerny verweis auf Zahlen, die Spargutachter Rödl & Partner vorgelegt haben: Danach kamen 2008 nur 1191 Besucher in das Museum, jeder einzelne musste mit 164 Euro bezuschusst werden; unterm Strich bringt die Schließung Einsparungen von 90 000 Euro.

Die SPD fordert die Verwaltung deshalb auf, die Ausstellungen künftig mit in den Kunstbunker zu verlegen. Der ist mit einem Zuschussbedarf von 95 Euro pro Besucher indes auch kein Selbstläufer. Am wirtschaftlichsten noch das Ikonenmuseum, dessen Betrieb einen Zuschuss von 21 Euro je Gast erfordert.

Ernst zur Nieden

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