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Anekdoten zum Geburtstag

04.10.2012 | 17:52 Uhr
Anekdoten zum Geburtstag
Das Alte Hebewerk in den 1980er Jahren.Repro:Björn Jadzinski /LWL

Waltrop. Es ist fast so, als würden das Weihnachtsfest und Ostern auf einen Tag fallen, wenn man sieht, wie sich die Hebewerke von einem Abrissobjekt zu einem Anker für Kultur und Tourismus in der Region entwickelt haben. Auf einen Tag fallen die Feierlichkeiten für den 20. Geburtstag des LWL-Museums im alten Schiffshebewerks und der 50. Jahrestag der Inbetriebnahme des neuen Hebewerks, worauf am Mittwochabend Gäste und Zeitzeugen anstießen.

70 Jahre leistete das alte Schiffshebewerk treue Dienste, ganz im Sinne von Kaiser Wilhelm II., der im Jahr 1899 zur Eröffnung kam. Die Bundesverkehrsminister hatten aber nach dem Krieg große Pläne für den Kanalverkehr. Da die Schleuse aus dem Jahr 1914 das Hebewerk nur ergänzte, beschlossen Mitte der 50er Jahre die Politiker in Bonn, ein neues Hebewerk zu bauen, das den damals aktuellen Anforderungen der Technik entsprach. Nach der Eröffnung des elektrischen Hebewerks kam dann im Jahre 1969 das Aus für den alten Prachtbau, der bis zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr ausreichend instand gehalten wurde.

Jahrelang rostete der Koloss vor sich hin. Kosten, die der Bund einsparen wollte – der Abriss war verfügt. Das gefiel Oberwieser Schützen und einigen Kommunalpolitikern nicht. Sie kämpfen für den Erhalt des Bauwerks. „Dem Einsatz der Bürger von Oberwiese ist es zu verdanken“, sagte Hans-Jürgen Zurbrüggen von der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, „dass Käpt’n Henri wohl einer der bekanntesten Waltroper ist“, und dass das Museum mit seinen 1,5 Millionen Besuchern auf einem guten Weg zum Weltkulturerbe ist.

Erinnerungen an die Jugend

Bis Anfang der 80er war der Rost der einzige Fortschritt auf dem abgeriegelten Gelände. Dann ging es ganz schnell – das alte Hebewerk wurde unter Denkmalschutz gestellt, vom LWL übernommen und als Teil des Westfälischen Industriemuseums ausgebaut, das 1992 die Tore öffnete. Eine andere Sicht auf den Neubau haben Theo Hemmerde und Karl Tüllmann, die als Jugendliche in Oberwiese lebten. „Wir haben auf der Baustelle Pfandflaschen gesammelt“, erinnerte sich Hemmerde. Tüllmann (85), der noch immer aktiver Oberwieser Schütze ist, erinnerte sich an den wohl größten Streich der Stadtgeschichte. Auf dem Baustellenschild prangte die Bezeichnung „Hebewerk Henrichenburg“, obwohl das Bauwerk geografisch auf Waltroper Gebiet liegt – mehr als ein Ärgernis. „Wir haben einfach ein neues Schild angebracht“, erzählt Tüllmann. Das Schild „Hebewerk Waltrop-Oberwiese“ blieb zwar nur zwei Tage hängen, doch seitdem spricht auch der Amtsschimmel vom Hebewerk Henrichenburg in Waltrop.

Björn Jadzinski



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