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Feuerwehr-Treffen

Alles klar für den Löschzug Mitte

16.09.2012 | 16:12 Uhr
Alles klar für den Löschzug Mitte
Wasser marsch – für einen spritzigen Leistungsnachweis.Foto: Gerhard Schypulla

Haltern am See.   Etwa 700 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreisgebiet treffen sich zur Leistungsüberprüfung am Sportplatz Lippspieker. Die Aufgabe: Fit sein für den Ernstfall.

Der Fuhrpark ist beeindruckend, den die Feuerwehren auf der Wiese neben dem Sportplatz am Lippspieker aufstellen. Dutzende der signalroten Löschfahrzeuge und Mannschaftswagen, auf denen groß 112 steht oder manchmal der Hinweis „Abschnittsleitung“. Sie stehen da, wie zur Hilfe bereit. Doch hinter dem Fußballfeld fahren sie keine Einsätze. Obwohl die Brandbekämpfer in ihren blauen Uniformen überall auf dem Gelände zu sehen sind, Schutzhelme in der Hand oder auf dem Kopf.

Rund 700 Feuerwehrleute trafen sich am Samstag auf der Sportanlage zum alljährlichen sogenannten Leistungsnachweis. Der Kreisfeuerwehrverband Recklinghausen lud dazu die Lösch- und Rettungstrupps aus den angehörigen Städten ein. Dabei machen sich die Wehren fit für den Ernstfall und messen sich in feuerwehrtechnischen Aufgaben.

Wenn der Notruf kommt,müssen alle gut zusammenarbeiten

Wenn der Notruf kommt, muss eine Gruppe von Brandbekämpfern gut zusammenarbeiten. Es gibt Maschinisten, einen Wassertrupp, einen Schlauch- und einen Angriffstrupp (für den Brandherd zuständig) und einen Zugführer. „Eine Gruppe besteht aus neun oder zehn Leuten“, erklärt Feuerwehrmann Michael Wolters. Um den Pressesprecher vom Kreisfeuerwehrverband ist es an diesem Tag zwischen Getränkewagen und Zelten geschäftig.

Die blauen Neuner-Trupps zeigen, dass sie bestimmte Knoten und Schlaufen für die Bergung und Sicherung von Verletzten beherrschen. Ein theoretischer Teil fragt Wissen zum Digitalfunk oder zu Rettungsgeräten und zur Technik an Löschfahrzeugen ab. Auch mit „Erkrankungen, Angst und Panik“ müssen die Wehren sich auskennen, ebenfalls ein Teil der Prüfung.

Beeindruckend ist aber vor allem die Übung zur Wasserentnahme. Dabei müssen die Wehren die Schläuche an ein offenes Gewässer anschließen. „Im ländlichen Raum sind die Hydranten oft weit voneinander entfernt. Manchmal kommt es da zu einer Schlauchlänge von 600 bis 800 Metern“, erklärt Michael Wolters. So entnehmen die Trupps an diesem Tag das Wasser aus einem kleinen, künstlich angelegten Tümpel. Die Handgriffe müssen sitzen, Verbindungen zu Schaumrohr und C-Rohr rasch geschlossen sein. Schnell auf den Beinen sind sie natürlich auch. Deshalb gehört zum Leistungsnachweis auch ein sportlicher Teil, mit einem Staffellauf.

Zugführer Dirk Nitsche nimmt mit 47 Jahren sage und schreibe zum 27. Mal am Leistungsnachweis teil. Nachdem er seinen Ersatzdienst bei der Feuerwehr leistete, blieb er im Team. Wie ein großer Teil der Retter ist er ehrenamtlich bei der Feuerwehr. „Drei Tage oder Abende in der Woche sieht mich meine Familie nicht“, sagt der zweifache Familienvater.

Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Denn Tochter und Sohn (17 und 21 Jahre jung) sind mittlerweile auch unter 112 zu erreichen und gehören zu den freiwilligen Brandbekämpfern. „Ich bin froh, dass meine Frau das alles mitmacht“, sagt der Feuerwehrmann. Da die Feuerwehr Haltern das Treffen organisiert, sei er in der vergangenen Woche jeden Tag „im Einsatz“ gewesen. Ach ja, fast unnötig zu erwähnen, dass der „Löschzug Mitte“ von Feuerwehrmann Dirk Nitsche den Leistungsnachweis bestanden hat.

Jörg Kolesza



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