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20.04.2009 | 18:57 Uhr

. . . mit dieser Forderung reagiert der Karstadt-Betriebsrat auf Pläne zur Ausgliederung des Sporthauses Recklinghausen

Das Karstadt-Warenhaus am Altstadtmarkt gehört nach den Vorstellungen der Konzernspitze auch künftig zum Kerngeschäft des Unternehmens. Foto: WAZ, Dirk Bauer

Recklinghausen. Erleichtertes Durchatmen, aber auch neue Sorgen löste unter den rund 150 Beschäftigten von Karstadt in Recklinghausen das am Montag veröffentliche Sanierungskonzept des Arcandor-Konzerns aus. Erleichterung, weil das Warenhaus am Altstadtmarkt nicht auf der jüngsten Liste der unprofitablen Unternehmensteile steht. Sorgen, weil das benachbarte Sporthaus aus dem Karstadt-Kerngeschäft ausgegliedert und in eine neue Firma mit Namen „Atrays” überführt werden soll.

Diese Maßnahme, am Montag von Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick bekanntgegeben, würde im Sporthaus 17 Vollzeit-Beschäftigte betreffen. Betriebsräte haben aber bereits massiven Widerstand gegen solche Outsourcing-Pläne angekündigt: „Das lehnen wir ab. Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Umsetzung zu verhindern”, sagte Christa Schubert im Gespräch mit der WAZ. Die 56-Jährige ist Vorsitzende des Betriebsrates bei Karstadt in Recklinghausen, aber auch Mitglied im Gesamtbetriebsrat und Arbeitnehmer-Vertreterin im Aufsichtsrat der Holding, also eine führende Vertreterin der Belegschaft.

Christa Schubert erwartet eine breite Protestbewegung der Beschäftigten, unterstützt von der Gewerkschaft Verdi. Sie wies darauf hin, dass die Mitarbeiter ihrem Unternehmen bereits in zwei Sanierungs-Tarifverträgen entgegengekommen seien: „Wir haben Gehaltsverzicht hingenommen, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurde gestrichen. Und es ist klar geregelt, dass genau solche Ausgliederungen, wie sie jetzt geplant sind, nicht stattfinden. Aus unserer Sicht ist völlig klar, dass alle Beschäftigten unter dem Dach von Karstadt bleiben müssen”, sagte Schubert.

Am heutigen Dienstag sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Recklinghausen bei einer Betriebsversammlung über die neue Lage informiert werden. Die Versammlung beginnt um 18.30 Uhr, um diese Zeit endet deshalb der Verkauf. Christa Schubert: „Wir möchten von den Kolleginnen und Kollegen aber natürlich auch erfahren, welche Meinung sie zu den Veränderungsplänen haben.”

Zu erwarten hätten die Beschäftigten nichts Gutes: In die neue Gesellschaft „Atrys” sollen zwölf unrentable Filialen eingehen, darunter die Premium-Häuser KaDeWe in Berlin und Alsterhaus in Hamburg, aber auch Karstadt Bottrop und, als einziges Sporthaus, das in Recklinghausen.

Ernst zur Nieden

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