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Alexander Lebenstein gestorben

28.01.2010 | 18:50 Uhr
Alexander Lebenstein gestorben

Haltern am See. Halterns einziger Ehrenbürger Alexander Lebenstein ist tot. Der 82-Jährige starb am Donnerstag in Richmond (USA), wo er seit Jahren lebte, nach einer kurzen, schweren Krankheit.

Wegen seiner Erkrankung musste Lebenstein auch seine Teilnahme am Holocaust-Gedenktag am vergangenen Mittwoch in seiner alten Heimatstadt Haltern absagen: „Schweren Herzens schreibe ich Euch, um noch einmal meine tiefe Enttäuschung mitzuteilen, dass ich nicht gesund genug bin, um nach Haltern am See zu kommen. Ich hatte mich so auf ein Wiedersehen mit den Schülerinnen und Schülern und allen meinen Freunden in Haltern am See gefreut.” Er wollte der Unterzeichnung des Beitritts Halterns zum Riga-Komitee beiwohnen. Bürgermeister Bodo Klimpel hatte noch bei der Feierstunde in der Aula der Realschule an der Holtwicker Straße, deren Namensgeber Lebenstein ist, seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht: „Wir freuen uns auf Deinen nächsten Besuch in Haltern am See. Lass uns bitte nicht zu lange warten.”

Alexander Lebenstein wurde am 3. November 1927 im Familienhaus Disselhoff 36 in Haltern geboren. Seine Eltern betrieben einen Viehandel. Während der Progromnächte 1938 versteckte seine Familie sich in ihrem Gartenhaus, kurz danach wurden er und seine Familie in ein Judenhaus nach Haltern gebracht. Am 27. Januar 1942 wurden sie in Dortmund in einen Deportationszug gepfercht und ins Konzentrationslager nach Riga transportiert, wo sein Vater von den SS-Soldaten getötet wurde.

Der junge Alexander überlebte, wanderte in die USA aus. Erst 1994 gab es den ersten Kontakt zu seiner Heimatstadt. Zwei Schülerinnen aus Haltern hatten ihm einen Brief geschrieben, dass sie sich im Unterricht gerade mit dem Holocaust beschäftigen. Sie öffneten ihm damit die Tür zur Rückkehr. Ab diesem Zeitpunkt begann Lebenstein öffentlich – in Kirchen und insbesondere Schulen – über sein Leben zu sprechen. „Bis zum Ende meiner Lebenstage werde ich mich für Toleranz und gegen Rassismus engagieren”, sagte er. Ein Vorhaben, das er auf seine Art und Weise konsequent in die Tat umsetzte: fröhlich, lebenslustig, nie mit erhobenem Zeigefinder, aber immer glaubwürdig.

Dieter Decker

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